jvs

joined 1 month ago
[–] jvs@lemmy.zip 1 points 16 hours ago

Auch meine Einschätzung.

[–] jvs@lemmy.zip 2 points 17 hours ago

Erst Maduro, nun der Irankrieg: Wenn Prediction Markets Schlagzeilen machen, dann meistens in Verbindung mit Insider Trading. Doch wie groß ist das Problem wirklich?

Kurz vor dem Angriff der USA auf den Iran wettete der User @Magamyman auf Polymarket auf den Militärschlag. Kurz darauf war er um mehr als eine halbe Million US-Dollar reicher. Hatte er nur Glück? Oder wusste er, was passieren wird, und profitierte durch Insiderhandel auf einem vergleichsweise lax regulierten Prediction Market?

Auf der Blockchain-basierten Plattform Polymarket kann man so ziemlich alles wetten: auf Kriegsgeschehen, den Preis von Bitcoin und Rohöl, die Anzahl von Musks Tweets in einem bestimmten Zeitraum, wie viele Vulkane ausbrechen, wie oft ein bestimmtes Wort auf einer Rede oder in einem Youtube-Video gesagt wird.

Allgemeinte Bekanntheit erlangte der Prediction Market während der US-Wahl 2024, als dort – entgegen traditionellen Meinungsumfragen – Donald Trump als nächster US-Präsident vorhergesagt wurde. Wieder in den Schlagzeilen, und diesmal wegen des Verdachts auf Insider Trading, war Polymarket während der Festnahme von Nicholas Maduro, als ein Nutzer aus 30.000 mehr als 450.000 US-Dollar machte.

Polymarket schließt Insider-Wetten nicht explizit aus

Das Risiko für Insider-Trading ist bei Wetten, bei denen bestimmte Menschen Vorwissen haben, vorprogrammiert. Und während in den AGB anderer Prognosemärkte wie Kalshi, dem größten Konkurrenten von Polymarket, Insider-Wetten explizit ausgeschlossen werden, verweist Polymarket lediglich darauf, dass sich die Nutzer an die Regeln des Landes halten sollen, in dem sie ansässig sind.

In Deutschland sind nur lizenzierte Glücksspielangebote, zum Beispiel Sportwetten bei lizensierten Anbietern, erlaubt. Wetten auf politische oder gesellschaftliche Ereignisse – sogenannte Gesellschaftswetten – sind dagegen praktisch nicht lizenzierbar und gelten daher als unerlaubtes Glücksspiel. Prediction Markets sind bislang weder klar in das deutsche Glücksspielrecht noch in das Finanzmarktrecht integriert.

In den USA werden sogenannte Event-Kontrakte zunehmend als Finanzderivate behandelt. Plattformen, die solche Märkte anbieten wollen, müssen sich bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) registrieren lassen.

US-Nutzer bekommen nur eine abgespeckte Version

Polymarket, ein ursprünglich offshore registriertes Unternehmen, durfte nach einer Strafzahlung mit der CFTC im Jahr 2022 mehrere Jahre lang keine US-Nutzer bedienen. Seit 2025 arbeitet das Unternehmen jedoch über eine erworbene, CFTC-lizenzierte Derivatebörse wieder am US-Markt und bietet dort eine regulierte Version seiner Prediction Markets mit KYC-Pflicht und eingeschränkter Marktstruktur an. Dass einige US-Nutzer dennoch durch ein VPN auf die uneingeschränkte Version zugreifen, ist wahrscheinlich.

Und wer prüft überhaupt, wer dort was wettet? Bisher: weniger Justiz, sondern mehr Analyseplattformen, Medien und Nutzer auf X.

So fand der Guardian beispielsweise heraus, dass mehrere neugegründete Konten das Treffen von Selenskyj und Trump Ende 2025 richtig vorhersagten, mit einem Gewinn von 154.000 US-Dollar. "Blockchain-Daten deuten darauf hin, dass die Konten möglicherweise gemeinsam geführt werden. Drei der Wallets, die diese Konten finanzieren, weisen Transaktionen untereinander auf, und vier sind mit demselben Binance-Wallet verbunden. Die Wallets interagieren häufig mit einer in der Ukraine gegründeten Kryptowährungsbörse, und eines davon zeigt die ukrainische Flagge mit dem Bio-Text #standwithUkraine" , schreibt der Guardian(öffnet im neuen Fenster) .

Im Zusammenhang mit mutmaßlichem Insider Trading und dem Irankrieg berichtete das Analyseunternehmen Bubblemaps(öffnet im neuen Fenster) von sechs Konten auf Polymarket, die kurz vor Kriegsbeginn gegründet wurden und zusammen rund 1,2 Million US-Dollar Gewinn erzielten. Sie hatten darauf gewettet, dass die USA bis zum 28. Februar den Iran angreifen würden.

Solche Nachforschungen sind möglich, weil sich Nutzer auf Polymarket mit einem Krypto-Wallet registrieren und dementsprechend sowohl Transaktionsbewegungen als auch die Aktivität und der Eröffnungszeitpunkt der Wallets auf der Blockchain für alle einseh- und auswertbar sind.

[–] jvs@lemmy.zip 1 points 17 hours ago* (last edited 17 hours ago)

Kann man die Aufnahmen irgendwo live als Stream aufrufen und ähnlich wie bei Chatroulette weiterklicken, wenn einem der Stream nicht gefällt? Ich glaube ich habe eine neue Geschäftsidee oder ist das nur den Mitarbeitern von Meta vorenthalten?

[–] jvs@lemmy.zip 79 points 17 hours ago (4 children)

So gewinnt man sicherlich die Herzen der jungen Wähler 🥰

[–] jvs@lemmy.zip 4 points 23 hours ago

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[–] jvs@lemmy.zip 27 points 1 day ago

Die CXU macht sich die Welt, wie es ihr gefällt und es fallen keine Konsequenzen.

[–] jvs@lemmy.zip 10 points 1 day ago (1 children)

Der Begriff Eilmeldung wird definitiv zu inflationär benutzt. Finde aber gut, dass er immer noch Veggie-Burger heißen darf.

[–] jvs@lemmy.zip 9 points 2 days ago (3 children)

Ab dem 1. Juli ersetzt die Grundsicherung das Bürgergeld. Die Reform hat auch für ETF-Sparer Folgen. Neben einem angepassten Schonvermögen fällt die Karenzzeit weg.

Berlin – Diese Woche will die Koalition aus SPD und Union die geplante Umgestaltung des Bürgergelds in die neue Grundsicherung beschließen. Die neue Regelung könnte auch Auswirkungen auf ETF-Sparer haben. Denn: Sollte man künftig mehr als den Freibetrag in einen ETF investiert haben, müsste man den Überschuss abstoßen – auch wenn der ETF gerade im Minus ist. Die Karenzzeit wird ebenfalls komplett gestrichen.

Im aktuellen Bürgergeldsystem waren Investitionen in ETFs als private Altersvorsorge während der Karenzzeit bis 40.000 Euro geschützt. Dieser Schutz fällt mit Inkrafttreten der neuen Grundsicherung jedoch weg. Auch die Freibeträge sollen nach unten angepasst werden. Ab Juli gilt ein Schonvermögen bis 20 Jahre von 5000 Euro. Zwischen 21 und 40 Jahren ein Schonvermögen von 10.000 Euro. Zwischen 41 und 50 Jahren ein Schonvermögen von 12.500 Euro und ab 51 Jahren ein Schonvermögen von 15.000 Euro.

ETF-Sparer von Bürgergeld-Reform betroffen: Grundsicherung ohne Karenzzeit

Das Kalkül hinter der Änderung: Vorrangig soll eigenes Einkommen und Vermögen eingesetzt werden, bevor Grundsicherung fließt. Wenn man mehr als das angesetzte Vermögen hat, muss man dieses zunächst aufbrauchen, bevor man die Grundsicherung beantragen kann. Auch ETF-Sparer, die langfristig privat vorsorgen wollen, sind davon betroffen.

Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): „Die Grundsicherung für Arbeitsuchende ist eine steuerfinanzierte Leistung, die sicherstellt, dass Menschen, denen es vorübergehend nicht möglich ist, ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise aus eigenen Mitteln zu finanzieren, nicht in existenzielle Not geraten. Sie ist eine nachrangige Leistung. Das heißt, dass die Betroffenen zunächst ihr Einkommen und Vermögen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts einsetzen müssen.“

Neues Schonvermögen bei Grundsicherung: ETF-Sparer müssten Anteile verkaufen für Grundsicherung

Für Menschen, die privat mittels ETF-Sparplan vorsorgen und unverschuldet kurzzeitig in die Erwerbslosigkeit abrutschen, ist die neue Regelung besonders bitter. Die Alternative wäre, die ETF-Anteile zu verkaufen und stattdessen sein Erspartes in eine Riester-Rente oder ein ähnliches Produkt zu stecken, das vom Schonvermögen ausgenommen ist.

Die Reform des Bürgergelds soll in erster Linie verschärfte Regeln für die rund 5,3 Millionen Bezieherinnen und Bezieher des Bürgergelds bringen – etwa Totalsanktionen bei drei versäumten Jobcenter-Terminen. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Marc Biadacz (CDU), sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag (2. März): „Das Kapitel Bürgergeld ist abgeschlossen.“ Mit der Reform werde ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Wir schaffen ein System, das denen, die sich ernsthaft bemühen, eine echte Perspektive bietet und gleichzeitig deutlich macht: Wer Unterstützung sucht, muss auch Verantwortung übernehmen“, sagte Biadacz.

Laut Recherchen des Sterns sollen Jobcenter bei Terminversäumnissen zudem künftig ein amtsärztliches Attest verlangen können, nicht nur einen Krankenschein vom Hausarzt. Das Gesetz, das noch vom Bundesrat gebilligt werden muss, soll großteils am 1. Juli 2026 in Kraft treten. (Quellen: dpa/Stern/eigene Recherche) (sischr)

[–] jvs@lemmy.zip 26 points 2 days ago

Weshalb nicht das Fediverse finanziell fördern und bewerben?

[–] jvs@lemmy.zip 2 points 2 days ago

Gute Nachricht und wichtig für das Land und ihre Bewohner.

[–] jvs@lemmy.zip 19 points 2 days ago (3 children)

Manche stellen vielleicht auch gerade fest, dass Deutschland gar nicht mal so schlecht ist.

[–] jvs@lemmy.zip 8 points 2 days ago (2 children)

Was hat er denn bisher großartig geleistet?

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