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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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In der öffentlichen Diskussion geht es bei Gerechtigkeitsfragen eher wenig um die soziale Frage, sondern es dominieren die Kategorien „Race“ und „Gender“, obwohl sozioökonomische Ungleichheit das offensichtlicheste Gerechtigkeitsproblem darstellt. Der Grund: Es sind hauptsächlich Akademiker, die diese Debatte in den Medien, der Forschung, an Universitäten und in der Politik führen. Akademiker bilden die homogenste moralische Echokammer in Deutschland. Sie neigen am stärksten zu affektiver Polarisierung, identitätsschützenden Denkfehlern und moralischem Absolutismus. Tatsächlich sind Gerechtigkeitsdebatten oft verdeckte Status- und Zugehörigkeitskämpfe, in denen es mehr um Selbstdarstellung als um Problemlösung geht. Nur eine radikale Selbstkritik kann aus diesem Moralspektakel herausführen.

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[–] Limerance@piefed.social 0 points 1 week ago (2 children)

Es geht beim Begriff Akademiker hier um ein bestimmtes Milieu und deren Habitus. Diese gesellschaftliche Elite ist tonangebend in Medien, politischem Diskurs, Kultur und Gesellschaft.

BWLer und Ingenieure mit Bachelor sind da nicht zentral.

Es gibt bei dem Thema auch Überschneidungen mit den Handwerkern, die Rechts wählen statt SPD. Die „Altparteien” und „linksgrün-versiffte” Elite werden als weltfremd und ideologisch wahrgenommen. Wagenknechts These von der Lifestyle Linken und traditionellen Linken hat ähnliche Thesen.

Akademiker stellen in vielen Bereichen, insbesondere staatsnahen, die Elite und Führung. Der Aufstieg der AfD und die gesellschaftliche Spaltung sind auch Folge ihres Versagens über Jahrzehnte.

[–] chux@feddit.org 1 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)

Deswegen sehe ich diese Formulierung / Verallgemeinerung kritisch. Es geht eben nicht um Akademiker sondern um die gesellschaftliche Elite. Warum bennent man diese nicht so?

Ich habe generell ein großes Problem mit der, durchaus nicht seltenen, Gleichsetzung dieser Begriffe im Sprachgebrauch. Die Elite sichert sich im allgemeinen immer eine höhere Bildung, daher sind die Eliten auch tendenziell öfter Akademiker. Es handelt sich hier aber in der regel nicht um eine Kausalität, d.h. die Eliten sind Eliten weil sie Akademiker sind (das wäre durchaus wünschenswerter), sondern eher um eine Korrelation. Akademiker sind im allgemeinem keine Eliten, die Gleichsetzung im Sprachgebrauch ist also unpassend. Desweitern, untergräbt diese Gleichdtellung die Stellung von Bildung, Forschung, Wissenschaft und Experten in Politik und Gesellschaft. Ich glaube das eben diese Gleichsetzung durchaus eine Rolle spielt wenn es dazu kommt das Menschen "Wissenschafts kritisch" sind (siehe Impfungen, Klimawandel etc).