this post was submitted on 11 Feb 2026
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wir_iel

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Dies ist Unser Unter!

Alle Pfosten mĂĽssen den Titel "wir_iel" haben, der Unterstrich darf durch beliebig viele GefĂĽhlies ersetzt werden.

1. Seid nett zueinanderDiskriminierung, Rassismus und Faschismus wird in keinster Form auch nur Ansatzweise geduldet.

2. Alle Pfosten den Titel wir_iel habenAlle Pfosten mĂĽssen den Titel "wir_iel" haben, der Unterstrich darf durch beliebig viele GefĂĽhlies ersetzt werden.

3. Meta Pfosten sind erwĂĽnschtMeta Pfosten sind ausdrĂĽcklich erlaubt.

4. Nein, wir nehmen uns nicht ernstWirklich nicht.

5. Wir benutzen das generische FemininumNimm das, Patriarchat!

6. Wir stehen nicht in Konkurrenz zu ich_ielWir pflegen einen respektvollen Umgang und nehmen auch gerne ~~West~~Packete an. Kaffee ist schlieĂźlich teuer auf dem Weltmarkt und Devisen knapp.

7. Keine KIAus GrĂĽnden

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[–] JensSpahnpasta@feddit.org 14 points 18 hours ago (2 children)

Schon hart gruselig, wie die sich ihre eigene Echo- und Radikalisierungskammer bauen. Ich bin höchstwahrscheinlich auch einer dieser "pro-zionist accounts from feddit.org".

  1. Im Nahen Osten passiert wieder ein Krieg
  2. Man versteht die Komplexität des Konflikts nicht und stellt sich völlig einseitig auf eine Seite
  3. Dann informiert man sich unglaublich einseitig, liest nur die Propaganda einer Seite und man diskreditiert alle anderen Medien, welche nicht genau die Propaganda der eigenen Seite erzählen
  4. Dann "diskutiert" man jede Meldung höchst emotional und steigert sich zunehmend in Gewaltfantasien gegenüber den Konfliktgegnern herein
  5. Jeder Widerspruch, der auf die Komplexität der Lage verweist, wird niedergebrüllt. Man erfindet dazu auch noch Schmähbezeichnungen. Man betitelt jeden, der einem irgendwie widerspricht mit dieser Schmähbezeichnung und fordert dann auch die Verbannung aller entsprechenden User und die Deföderierung von Instanzen.

Am Ende hat man sich dann eine Echokammer geschaffen, in der man nur die Propaganda der eigenen Seite liest, in der es keine Gegenrede mehr gibt, weil alle anderen Stimmen niedergebrüllt, verbannt und deföderiert wurden und dann kann man sich schön frei den Gewaltfantasien gegen den Gegner hingeben.

[–] jamie_veal@feddit.org 11 points 16 hours ago (2 children)

Das Krieg zu nennen finde ich schon ziemlich wildes framing, aber nur meine zwei Cent.

[–] mech@feddit.org 3 points 12 hours ago

Die Regierungen beider Seiten kämpfen gegeneinander mit tödlicher Gewalt, mit dem Ziel, das Territorium der anderen Seite unter ihre Kontrolle zu bringen. Das klingt für mich schon nach Krieg.
Dass eine Seite hoffnungslos unterlegen ist und massakriert wird, ändert nichts daran.
Auch, dass hauptsächlich Zivilisten massakriert werden, ändert nichts daran. Das ist im Krieg normal.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 6 points 15 hours ago (2 children)

Gegenfrage: Wie wĂĽrdest du es nennen? Wikipedia hat diese Definition und die passt meiner Meinung nach:

Als Krieg wird ein organisierter und unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt bezeichnet,[1][2] an dem planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind. Ziel der beteiligten Kollektive ist es, ihre Interessen durchzusetzen. Der Konflikt soll durch Kampf und Erreichen einer Überlegenheit gelöst werden. Die dazu stattfindenden Gewalthandlungen greifen gezielt die körperliche Unversehrtheit gegnerischer Individuen an und führen so zu Tod und Verletzung. Neben Schäden an den aktiv Beteiligten eines Krieges entstehen auch immer Schäden, die entweder nicht direkt beabsichtigt sind oder Kriegstaktik („Verbrannte Erde“) sein können. Erstere werden heute euphemistisch als Kollateralschäden bzw. Begleitschäden bezeichnet. Krieg beschädigt oder zerstört auch Infrastruktur und die Lebensgrundlagen der Kollektive.

[–] Enkrod@feddit.org 2 points 1 hour ago (1 children)

Um mit Volker Pispers Worten zu antworten: "Das ist doch kein Krieg, das ist eine Verprügelungs-Aktion, da kannst du auch Vitali Klitschko und nen Dreijährigen in den Ring schicken und sagen 'Vitali pass auf, der Kleine hat nen üblen linken Haken'."

(Pispers redete natĂĽrlich ĂĽber USA vs Irak, aber ich denke der Vergleich passt)

[–] Chemo@feddit.org 1 points 34 minutes ago

Nur dass der Dreijährige nicht aufhört auf Vitali einzuschlagen?

[–] jamie_veal@feddit.org 8 points 14 hours ago* (last edited 14 hours ago) (2 children)

Hab die Definition auch eben gesehen und finde sie eigenartig. Im Duden steht noch explizit, ein Konflikt zwischen Staaten / Völkern. Für mich steckt im Wort Krieg auf jeden Fall drin, dass da zwei Armeen aufeinander treffen und ihre Kräfte messen, dass passiert da schlicht nicht.

Völkermord wäre mein Vorschlag. Gerade auch erstaunt festgestellt, dass der englische wikipedia Artikel Gaza genocide im deutschen Völkermordvorwürfe gegen Israel im Gaza-Krieg seit 2023 sein Pendant hat.

[–] gajustempus@feddit.org 4 points 14 hours ago

nach DIESER starren Definition kann man das, was in der Ukraine passiert, auch wirklich als "militärische Spezialoperation" verargumentieren.

Es braucht nicht Gleichheit der Waffen oder ähnlichem, um etwas Krieg zu nennen.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 2 points 14 hours ago (1 children)

Und wir haben doch in dem Konflikt gesehen, dass sich Iran und Israel gegenseitig mit Raketen beschossen haben, dass israelische Kampfflugzeuge über dem Iran tätig waren und dass die Hamas tausende Raketen auf Israel geschossen hat. Genau das meinte ich doch oben mit der Komplexität des Konfliktes, Gaza & die Hamas sind doch nur Teil eines größeren Konfliktes. Wir haben doch auch den direkt zusammenhängenden Fall des Assad-Regimes erlebt und so weiter. Das ist halt meiner Meinung nach ein Krieg.

[–] jamie_veal@feddit.org 3 points 13 hours ago (1 children)

Joa, in dem größeren Kontext kann man das vielleicht so sehen. Aber wenn der Kontext gerade Genozid in Gaza ist, dann hätte diese Nuanciertheit für mich eher einen whataboutism-vibe.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 1 points 13 hours ago

Und genau das meine ich: Der aktuelle Krieg in Gaza ist halt Teil des Iranisch-Israelischen Proxy-Konflikts und der anderen Konfliktlinien im Nahen Osten. Du willst nur einen kleinen Teil betrachten, aber das geht einfach nicht.

https://en.wikipedia.org/wiki/Iran%E2%80%93Israel_proxy_conflict

Du kannst den Vietnam-Krieg oder die Kubanische Revolution auch nicht verstehen, wenn du den Kalten Krieg nicht kennst oder wahrnehmen willst.

[–] itslilith@lemmy.blahaj.zone 3 points 15 hours ago (2 children)

Sorry, aber nach fast 2.5 Jahren livegestreamtem Genozid zu sagen "das ist ein normaler Krieg und eigentlich auch voll komplex und am besten sagt man dazu lieber nix" (ĂĽberspitzt paraphrasiert) wirkt schon wie die Meinung eines "pro-zionist accounts from feddit.org"

[–] Gladaed@feddit.org 4 points 10 hours ago (1 children)

Südsudan ist auch ein Krieg und ein Völkermord. Das sind zwei Sachen die sich nicht fundamental ausschließen.

Das gravierende am Gaza Konflikt, wenn dir das lieber ist, ist das Einsperren der Bevölkerung, die Siedlerpolitik, insbesondere der letzten paar Jahre, und damit einhergehende Landnahme und Zerstörung der Existenzen der dort lebenden Menschen, das Leben auf geringer Fläche mit kaum Möglichkeiten sich wirtschaftlich zu entwickeln und damit Armut erzeugt.

Die Zahl der getöteten ist nicht sonderlich groß verglichen mit anderen aktuellen Koflikten, von Tigray ganz zu schweigen. Aber auch nicht gering.

Das erschreckende und Vermeidungswerte ist die Unterstützung an Israel und dass einer von "den Guten" das tut. Aber auch in z.b. der Türkei werden mit den Kurden Minderheiten unterdrückt. Außerdem ist der Konflikt aussichtslos zu schlichten, da Israel's Bevölkerung kaum noch an Koexistenz glaubt. Und ein einseitiger Frieden ist ein Krieg in dem eine Seite such nicht wehrt.

Welchen Vorschlag hast du fĂĽr Frieden in Gaza der die Realpolitik ĂĽberlebt?

[–] itslilith@lemmy.blahaj.zone 2 points 9 hours ago (2 children)

Stimm ich dir voll zu. Die politische Lösung wird auch tatsächlich komplex, auch wenn die moralische Einordnung es nicht ist.

Als erstes einmal: sämtliche Militär- und Sicherheitskooperationen mit Israel stoppen. Solange die Rüstungsindustrie treibende Kraft der israelischen Wirtschaft (auch und vor allem für Export) ist, wird es keinen Frieden geben (israelische Rüstungskonzerne werben teils mit "Battle tested in Gaza", und das nicht erst seit dem 07.10.23). Mit Sanktionen drohen, falls Israel nicht von der völkerrechtswidrigen Besatzung vom Westjordanland und Teilen Gazas, Syriens und Lebanons ablässt. Eine internationale Anerkennung des palästinensischen Staates, und eine internationale Tripwire-Force (am besten mit UN-Mandat, aber da die VSA das vermutlich verhindern werden, notfalls auch ohne). Wichtig ist, dass genug Internationale beim Wiederaufbau beteiligt sind, dass Israel sich den diplomatischen Konflikt eines weiteren Mikitärangriffs nicht leisten möchte.

Das wären alles erstmal unilaterale Handlungen, die ein williges Land relativ einfach umsetzten könnte.

Im Kern des Problems liegt leider (neben den seit Jahrzehnten schwelenden Ressentiments) auch die extreme Militarisierung der israelischen Gesellschaft.

Es gibt zum Glück Kräfte in Israel, die sich auch dagegen organisieren. Wenn du z.B. mal die Gelegenheit bekommst, einen Vortrag von New Profile dazu zu hören, mach das auf jeden Fall.

https://newprofile.org/en/militarism-in-israeli-society-2/

[–] Gladaed@feddit.org 1 points 27 minutes ago

Die Forderung Menschen zu vertreiben die dort schon 30 Jahre leben halte ich nicht fĂĽr gut, auch wenn die Landnahme illegal war. Was macht man bei der RĂĽckgabe mit den dort heute lebenden Menschen?

Einen Palästinensischen Staat gibt es heute nicht mehr. Bestehende Strukturen sind zerstört worden und eine Befreiung der Bevölkerung in einen freien Staat erfordert viel Nation building. Die Palästinenser sind weiterhin auf engstem Raum eingepfercht. Ob so ein Zustand auf Dauer funktioniert ist zumindest fraglich. Und viele Palästinenser haben jetzt Gründe sich Israel feindlichen Milizen und Terrororganisationen anzuschließen. Um das zu verhindern muss man entweder die Einflussnahme der Nachbarländer einschränken oder anderweitig einen Weg nach vorne bieten.

Mir ist unklar wie man es hinbekommt, dass Israel ein williges Land für diesen Wandel wird. Die Hebel die die internationale Gemeinschaft hat wirken auf mich sehr begrenzt. Die USA sind ein starker Verbündeter der zu Israel hält und die israelische Produkte sind essentiell für unsere Bedürfnisse. E.g. Intel, amat, und sonstige High Tech Produkte.

[–] Emopunker@feddit.org 5 points 6 hours ago

Ich stimme dir zu, dass Israel, solange er völkerrechtswidrige Scheiße macht, sanktioniert werden soll und dass Israel sich aus Gaza, Golanhöhen und Westjordanland zurückziehen soll (inkl. illegal angesiedelte Siedler). Und ich hoffe, dass Israel mal eine Regierung bekommt, die sowas umsetzt, wenn der Weltstaatengemeinschaft da wieder schläft.

Bin von der Sorte, dass es Israel und Palästina geben soll (1967 Grenzen aber ohne Golanhöhenbesetzung) und frei Bewegung von Palästinenser*innen zwischen Gaza und Westjordanland.

Leider ist bei einigen Lemmyinstanzen alles arg schwarz-weiĂź.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 5 points 15 hours ago (1 children)

Bitte lese meinen Beitrag nochmal, denn ich habe keine deiner Schlussfolgerungen geschrieben.

[–] itslilith@lemmy.blahaj.zone 5 points 15 hours ago (1 children)

"wieder ein Krieg"

"versteht die Komplexität des Konflikts nicht"

den letzten Teil hab ich tatsächlich aus dem Kontext geschlossen.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 5 points 15 hours ago

Ich glaube schon, dass Krieg die beste Bezeichnung dafür ist: Da wurde ja nicht nur in Gaza gekämpft, sondern spätestens wenn Iran und Israel sich fleißig mit Raketen beschießen, ist Krieg dafür die korrekte Bezeichnung. Was nicht heißt, dass ich Krieg gut finde und dass ich Kriegsverbrechen leugne oder super finde, dass in Gaza so viele Zivilisten umgekommen sind. Aber du hast halt aktiv davon, dass ich das Wort "Krieg" benutzt habe darauf geschlossen, dass ich ein "pro-zionist" sei und irgendwie einen Genozid verharmlose.

Und sicherlich, die Bezeichnung "wieder" mag flapsig oder verharmlosend klingen, aber ich hab in meinem Leben bis jetzt eine zweistellige Anzahl von Kriegen im Nahen Osten miterleben "dĂĽrfen".

Und naja, der Nahostkonflikt ist einer der verworrensten Konflikte überhaupt. Dauert seit 120 Jahren an, Lösung nicht in Sicht, Hass & Krieg überall, keinerlei Chance auf Frieden, warum sollte der nicht komplex sein? Klar kann man sich dann hinstellen und sagen "Die Palästinenser haben Recht" oder "Die Israelis haben Recht", aber genau das meinte ich: Das ist so unterkomplex, dass man den Konflikt nicht verstehen kann.