this post was submitted on 13 Apr 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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In vertraulichen Verhandlungen zwischen Union und SPD kursieren laut Berichten der Bild Pläne, die das Entgeltfortzahlungsgesetz radikal umkrempeln würden. Karenztag, verkürzte Lohnfortzahlung, einmalige Zahlungspflicht pro Jahr – was nach Wirtschaftspolitik klingt, ist ein Frontalangriff auf Arbeitnehmerrechte.

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[–] kossa@feddit.org 2 points 1 week ago (4 children)

Aktie hat Wert1. Aktie wird plötzlich von jemanden zu Wert2 > Wert1 gekauft. Alle Aktien des Unternehmens haben plötzllich Wert2, das Wachstum wird mit Champagnerknallen gefeiert.

Wachstum ist eine Zahl in einer Excel Tabelle, das kann völlig entkoppelt von realen Gütern stattfinden.

Die Überanspruchung von knappen Ressourcen ist ein eigenständiges Problem. Lassen wir doch die BWLer ihre großen und größeren Zahlen in Excel Tabellen, aber zwingen wir sie dazu, dass Externalitäten Geld kosten.

[–] PlexSheep 1 points 1 week ago (2 children)

Deiner These, dass Wachstum unabhängig von realen Gütern Stattfinden kann, stimme ich nicht zu. Wachstum geht leider immer mit steigenden Ressourcenverbrauch einher, das suggeriert jedenfalls die Wissenschaft.

(Achtung! Gefährliches Angelsächsisch!)

In this interpretation, our results highlight that institutions provide important framework conditions, but they are no general panacea to further decrease the resource dependency of economic growth.

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140988323004401

Ich habe keine Umfassende Literaturrecherche gemacht, aber klar, Produktion braucht immer mehr Ressourcen (Energie, Werkzeug, Wohnung, Rohe Ressourcen). Auch Dienstleistungen brauchen Ressourcen, wenn auch weniger. Ohne Ressourcen keine Energie und ohne Energie keine Arbeit, Produktion, etc.

Das scheint beim Kapitalismus so ein Ding zu sein, dass das immer von einem "externen" System mehr und mehr genommen wird, sonst gibt's kein profitables Wachstum.

Für mehr zu diesem Thema empfehle ich dieses sehr interessante Buch zum Thema "degrowth", das infrage stellt, warum eigentlich alles immer wachsen muss: "Less is More" von Jason Hickel.

[–] kossa@feddit.org 2 points 1 week ago (1 children)

Ich versuche ja nur die Dialektik auf die Reihe zu bekommen, Wachstum und Nachhaltigkeit zu verbinden. Bin auch intuitiv im Camp "Wachstum ist Böse". Aber erstens finde ich das mittlerweile einen Kampf gegen Windmühlen im aktuellen Klima und zweitens bauen halt tatsächlich unfassbar viele Systeme unserer Gesellschaft darauf auf. Die Utopie, das über Nacht abzuschaffen, ist, glaube ich, gar nicht so rosig-utopisch.

Gerade bei Dienstleistungen ist das aber sehr interessant als Beispiel. Wenn ich zu einem Friseuer gehe, der mir einfach eine schönere Frisur macht, dafür aber mehr Geld verlangt, dann ist Wachstum entstanden, das nicht mehr Ressourcen verbraucht. Witzigerweise entsteht ja auch genau dann (volkswirtschaftliches, nicht betriebswirtschaftliches) Wachstum, wenn wir Ressourcenverbrauch mit Kosten versehen, der heute kostenlos ist.

[–] PlexSheep 2 points 1 week ago

Da wird aber auch ein Gebäude, Werkzeuge, Shampoo etc benutzt. Das ist deswegen natürlich nicht "böse", aber es gibt eine gewisse Obergrenze an globalen Ressourcen/Materialverbrauch, nachdem es nicht mehr nachhaltig ist.

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