this post was submitted on 13 Apr 2026
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In vertraulichen Verhandlungen zwischen Union und SPD kursieren laut Berichten der Bild Pläne, die das Entgeltfortzahlungsgesetz radikal umkrempeln würden. Karenztag, verkürzte Lohnfortzahlung, einmalige Zahlungspflicht pro Jahr – was nach Wirtschaftspolitik klingt, ist ein Frontalangriff auf Arbeitnehmerrechte.

top 40 comments
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[–] Menschlicher_Fehler@feddit.org 75 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (2 children)

Insgeheim träumen die doch davon, dass es hier so läuft wie bei den Amis.

Du stehst immer nur eine Kündigung vor dem Ende deiner Existenz. Nur so kann man uns dazu zwingen wirklich jeden Drecksjob zu machen und sicher gehen, dass wir nicht die Zeit haben um zu demonstrieren oder uns zu engagieren, um irgendetwas gegen diese absichtliche Rückführung in die Sklaverei zu tun.

[–] Nacktmull@lemmy.world 18 points 1 week ago

Sehe ich auch so. Merz macht seit er im Amt ist "Trump light", halt so weit wie es die soziale Situation hierzulande zulässt.

[–] Vinylraupe@lemmy.zip 10 points 1 week ago

Das ist gar nicht so weit hergeholt.

[–] gabelstapler@feddit.org 54 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)

Konkret bedeutet das: Wer krank wird, bekommt am ersten Tag keinen Lohn.

Mit anderen Worten: dann holt man sich eben die Krankschreibung für die ganze Woche. Für die 1-2 notwendigen Krankheitstage holt man sich noch ein paar Urlaubstage als Entschädigung dazu.

Im Gespräch ist auch, die Zahlungsdauer zu verkürzen und Arbeitgeber nur noch einmal jährlich zur Lohnfortzahlung zu verpflichten. Bei einer zweiten Erkrankung im selben Jahr würde sofort das niedrigere Krankengeld greifen.

Ein Jahr später: wir müssen die Krankenkassen Beiträge erhöhen, da die Krankengeld Zahlungen stark gestiegen sind. Auch: für die 3 Tage Erkältung bekommt man Lohnfortzahlung, wenn man dann in der zweiten Jahreshälften aufgrund einer schweren Krankheit einigen Wochen ausfällt, gibt es nur noch Krankengeld. Klingt fair.

[–] Xenon@lemmy.world 41 points 1 week ago (1 children)

"Warum wählen uns die Arbeiter bloß nicht mehr?", fragt man sich ungläubig in der SPD.

Dass es Reformen braucht, ist offensichtlich, aber dass diese Regierung wieder nur unverhohlen Umverteilung von Unten nach Oben betreibt ist ebenso offensichtlich. Alle möglichen Partikularinteressen bekommen teure Geschenke ohne erkennbaren Nutzen (Gastronomie, Bauern, Unternehmen), während die Allgemeinheit wieder zusätzlich belastet werden soll, wie immer.

[–] kossa@feddit.org 24 points 1 week ago (1 children)

Ach, haben doch alle™ mittlerweile das neoliberale Kool-Aid getrunken.

Hatte gerade heute morgen wieder mit zwei anderen KiTa Eltern eine Diskussion, in der alle Hoffnung aus mir gefahren ist.

Haben sich schön über den Flugbegleiter Streik ausgelassen. "Streik darf nur das letzte Mittel sein, jetzt streikt ja jeder ständig". Hab' ich gesagt, dass das schon doof ist, wenn man halt nicht fliegen kann, aber das man die Schuld ja auch der Geschäftsleitung der Lufthansa geben könnte, die nicht auf die Angebote eingeht..."Ja, aber der Lufthansa geht es ja seit Corona auch nicht so gut, da müssen die Flugbegleiter ja auch nicht so gierig sein jetze, yaddayadda". Dann noch irgendwas mit Inflation und Lohn-Preis-Spirale durchbrechen. Ja, gut, dass die Unternehmen die (meist ausgedachte) Spirale auch durchbrechen können, indem sie nicht die Preise erhöhen, ist wohl keine Option. Kann immer nur die schwächere Seite durch Lohnverzicht durchbrechen, mussmanwissen!

Keine Ahnung, was dazu führt, dass man für Unternehmen simpt, aber here we are. Das sind so die üblichen Takes außerhalb meiner Safe-Space-Bubble und immer wenn ich mich dem aussetze, wundert mich auch nicht mehr, dass eine Regierung so eine Scheiße verzapfen kann ¯\_(ツ)_/¯

[–] GarbadgeGoober@feddit.org 16 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Naja ich denke da fruchtet eben, wenn man Jahrzehnte lang die BLÖD ließt. Die wettert ja ständig bei Streiks der Bahn, Lufthansa dagegen, dass der kleine Timmy jetzt nicht in seinen wohlverdienten Urlaub kann.

Ist ja nichts anderes als die Gehirnwäsche in Russland, was dieses Schandblatt bei uns seit Jahren betreibt. Irgendwann glaubt man es halt...

Aber finde ich super, dass du trotzdem versucht dagegen zu halten mit Argumenten.

[–] Xenon@lemmy.world 9 points 1 week ago

Dazu muss man nicht Bild lesen. Solche Narrative der Lohn-Preis-Spirale und Forderungen nach Lohnzurückhaltung werden im Spiegel, der SZ oder ARD und ZDF genauso andauernd unhiterfragt wiederholt.

[–] Kissaki@feddit.org 31 points 1 week ago

Wenn die Verräterpartei SPD auch nur irgendetwas davon mitmacht, hat sie jede verpasste 5%-Hürde verdient. "Arbeiterpartei."

[–] RQG@lemmy.world 29 points 1 week ago

Im Gespräch ist auch, die Zahlungsdauer zu verkürzen und Arbeitgeber nur noch einmal jährlich zur Lohnfortzahlung zu verpflichten. Bei einer zweiten Erkrankung im selben Jahr würde sofort das niedrigere Krankengeld greifen.

Ich hab es echt satt. Mit Kindern einmal im Jahr krank sein? Wie soll das denn gehen?

Überhaupt was kann irgendwer für sein Immunsystem? Das ist ableismus in reinstform. Allein soetwas zu diskutieren ist schon absurd und arbeiter feindlich. Das sind amerikanische Verhältnisse.

Dann geh ich halt mit Magen darm zur Arbeit ihr Vollidioten. Kotze und kacke alles voll. Wenn der Chef nörgelt, verweise ich auf Friedrich Merz den geistesgestörten arbeiter hasser.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 21 points 1 week ago (1 children)

Krankheiten kann man logischerweise nicht besonders gut vermeiden. Die Erkältung erwischt einen im Winter fast zwangsläufig, vor allen Dingen, wenn wir keinerlei Schutzmaßnahmen mehr betreiben. Von daher ist das im Endeffekt einfach nur eine harte Lohnkürzung. Jeder von uns wird dann irgendwas mit drei bis acht Tagen weniger Lohn im Jahr verdienen. Ich freue mich schon drauf, wenn dann mal wieder die schwache Binnenkonjunktur und das schlechte Konsumklima beklagt werden. Genau solche Schritte führen nämlich dazu, dass die Leute weniger Geld zum Ausgeben haben.

[–] kossa@feddit.org 4 points 1 week ago

mit drei bis acht Tagen weniger Lohn

Schön dem Chef ins Gesicht husten, bis er freiwillig seine Sklaven nach Hause schickt. Dann klappt's auch mit der Lohnfortzahlung.

[–] einfach_orangensaft@sh.itjust.works 21 points 1 week ago (1 children)

Oh ja das sind genau die maßnahmen die mich motivieren werden meine Arbeitslosigkeit zu beenden, nicht.

[–] Padit@feddit.org 7 points 1 week ago (1 children)

Und wie willst du es dann ohne Job ins Ritz Carlton schaffen um dort verschüttet zu werden?

das is mehr als hobby zu betrachten

[–] lichtmetzger@discuss.tchncs.de 16 points 1 week ago

"Wer sich im Jahr nur fünf Tage oder weniger krankmeldet, könnte im Folgejahr einen zusätzlichen Urlaubstag bekommen."

Wie generös von unserem Kanzler der Schmerzen.

[–] alleycat@feddit.org 15 points 1 week ago

Noch ein Gedanke meinerseits: Das liest sich so, als hätte die SPD sich von einem gewissen Christian Lindner inspirieren lassen und hat ein unbeliebtes Gesetzesvorhaben vorab an die BILD durchgestochen, um es so zu sabotieren.

Es war ja Ostern, vielleicht hat die SPD dann doch Eier gefunden?

[–] BigShammy80@feddit.org 14 points 1 week ago

Und das wundert jetzt wen?

Die machen genau das, was ihnen ihre Geldgeber diktieren und fertig... besteht doch nur noch aus Lobbyisten und Korrupten diese Regierung!

[–] UpperBroccoli@lemmy.blahaj.zone 13 points 1 week ago

Ihr stinkenden Arschgeigen.

[–] rbn@sopuli.xyz 13 points 1 week ago

"laut Berichten der Bild"

Wieso wird sowas hier nicht direkt zerrissen? Die lügen den lieben langen Tag. Selbst wenn diesmal etwas dran sein sollte, mit Verweis auf die Bild-Zeitung können wir uns die Schlagzeilen genauso gut selbst ausdenken.

Aktuelles Video von TopfVollGold zum Thema: So krass werdet ihr von NIUS und BILD manipuliert https://www.youtube.com/watch?v=1R7lBw7-OxI

[–] xlf42@feddit.org 11 points 1 week ago

Auweia…

“Vertraulich” und die BILD erfährt was.

In der Vergangenheit ist der Verdacht auf geschwätzige Politiker meistens auf die Union gefallen.

Mit Vorliebe wurden in den letzten Monaten SPD-Regierungsmitglieder medial angeschossen, bei den (vermeintlichen) Ausreisebeschränkungen zwecks Wehrpflicht, Übergewinnsteuer und jetzt, dass sie VIELLEICHT bei karenztagen und anderen feuchten Kapitalistenträumen mitmacht.

Die Union macht mit ihren Medienpartnern die Bühne frei für Schwarz-Blau, weil irgendwann wird der Druck zu hoch.

Das riecht potentiell nach weiterem Koalitionskrach.

[–] ximtor@lemmy.zip 10 points 1 week ago

Irgendwo muss ja das Geld wieder reinkommen was bei der Ölsteuersenkung verloren geht lol

[–] Kazel@feddit.org 10 points 1 week ago

Kann einer endlich mal den fotzenfritz da stoppen?

[–] suff@piefed.social 7 points 1 week ago (1 children)

Präventionsmedizin sieht anders aus.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 9 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Ja und? Der Sinn dahinter ist doch auch nicht, dass Leute gesund sind und bleiben, sondern, dass sie maximal unter Druck und dadurch einfacher auszubeuten sind, und wenn sie dann abgenutzt sind, der Pharmaindustrie mehr Geld in die Taschen spülen, denn von den Profiteuren solcher Verhältnisse kriegt man als Politiker allerlei attraktive Gefälligkeiten von Parteispenden bis zum Pöstchen im Aufsichtsrat.

[–] suff@piefed.social 4 points 1 week ago

Wissen wir doch.

[–] Goldholz@lemmy.blahaj.zone 5 points 1 week ago

Und wieder mehr AfD prozente...

Wie kann man nur so blöd sein. Ach halt ne, stimmt, die wollen ja wieder 1933 haben...

[–] plyth@feddit.org 5 points 1 week ago

Die USA arbeiten daran, dass ihre Bürger nicht mehr auf das europäische Gesundheitssystem neidisch sind und komische Fragen stellen.

[–] RichieRich@lemmy.world 4 points 1 week ago

Diäten um 50% kürzen. Das bringt sicherlich ein bis zwei Prozentpunkte bei den Krankenkassenbeiträgen. "Wir müssen alle sparen." 😡

[–] Sibbo@sopuli.xyz 3 points 1 week ago (2 children)

Was wollen die eigentlich die ganze Zeit am Arbeitsverhältnis herumoptimieren? Ist doch egal, ob wir am Ende 5% mehr oder weniger Geld übrig haben. Hauptsache, das Leben ist entspannt.

[–] DmMacniel@feddit.org 17 points 1 week ago

Hauptsache, das Leben ist entspannt.

Ja, das wollen die aber nicht, deswegen "optimieren" die daran herum.

[–] PlexSheep 9 points 1 week ago (1 children)

Aber wir brauchen doch das Wachstum damit der Kapitalismus weiter so toll funktioniert. Kann doch nicht sein dass man mal ausgewachsen ist.

[–] luciferofastora@feddit.org 3 points 1 week ago (1 children)

Das System von Aktienmärkten "funktioniert" durch Spekulation auf Gewinnzuwachs.

Wenn der Wert einer Aktie vom erwarteten Gewinn abhängt, macht der Handel damit nur Sinn, wenn eine Grunderwartung besteht, dass dieser erwartete Gewinn wächst, die Aktie somit an Wert gewinnt und ich sie mit Gewinn verkaufen kann. Eine Aktie zu kaufen, die ihren Wert nur hält, ist ein Verlustgeschäft in Höhe des Aufwandes, den mir der Kauf bereitet hat. Also kaufe ich sie nur, wenn ich erwarte, dass der erwartete Gewinn steigt, und dass wiederum jemand anderes später ebenfalls erwarten wird, dass sie weiter steigt.

Wenn Aktiengesellschaften aufhören zu wachsen und ihre Aktien "nur noch" der Gewinnausschüttung dienen, werden ihre Aktien weniger wert als diejenigen, die weiter wachsen, was wiederum bedeutet, dass sie später schlechter neue Aktien verkaufen können, wenn sie flüssiges Vermögen brauchen. Sie müssen also zu ihrer eigenen Sicherheit (und natürlich um der Erwartung ihrer Aktionäre zu entsprechen, die ihre Aktien irgendwann gewinnbringend verkaufen wollen) stets weiterwachsen.

Wenn wir feststellen, dass unbegrenztes Wachstum nicht nachhaltig ist, läuft das auf einen "Bigger Idiot" Scam raus: Wer mitmacht hofft, am Ende nicht der größte Depp zu sein der mit wertlosen Aktien dasteht, sondern einen größeren Idioten zu finden.

Wenn der größte Idiot ein Kreditinstitut ist, dem wir unser Geld anvertraut haben, oder sonst eine kritische Dienstleistung erbringt, dann würde uns das ja allen schaden, also müssen wir ihn gemeinsam retten.

Deswegen die Anführungszeichen um "funktioniert": Wenn das System dann mal nicht mehr funktioniert, ziehen wir es gemeinsam aus dem Schlamm und weiter geht die Höllenfahrt.

[–] kossa@feddit.org 2 points 1 week ago (1 children)

Wenn wir feststellen, dass unbegrenztes Wachstum nicht nachhaltig ist

Es ist heute nicht nachhaltig, weil wir (u.a.) Umweltschäden nicht mit Kosten versehen. Technically könnte Wachstum nachhaltig sein. Wirtschaftliches Wachstum wird ja in Geld gemessen, Geld ist eine random Zahl in einer glorifizierten Excel-Tabelle. Die Zahl kann unendlich groß werden.

[–] luciferofastora@feddit.org 1 points 1 week ago (1 children)

Die Zahl kann unendlich groß werden.

Klar, das nennt sich dann Inflation. Wenn die gleiche Menge an Gütern oder Dienstleistungen immer mehr kostet, wird das Geld immer weniger wert. Leute können weniger kaufen, der Absatz bricht irgendwann ein und das wars mit Wachstum.

Wenn das nachhaltig sein soll, dass die Leute trotzdem weiter kaufen können, müssen sie also auch mehr Gehalt bekommen. Dann steigen mit den Einnahmen auch die Ausgaben, die Gewinn-Marge bleibt unverändert und wir haben wieder kein echtes Wachstum.

Also ja, theoretisch können wir die Zahlen beliebig erhöhen. Lass mal in Cent statt in Euro rechnen, dann verhundertfacht sich mein Vermögen direkt.

Praktisch ändert das nichts daran, dass eine größere Zahl nicht mehr Land schafft, mehr Zeit hinzufügt oder mehr Rohstoffe in den Boden bringt.

[–] kossa@feddit.org 2 points 1 week ago (2 children)

Aktie hat Wert1. Aktie wird plötzlich von jemanden zu Wert2 > Wert1 gekauft. Alle Aktien des Unternehmens haben plötzllich Wert2, das Wachstum wird mit Champagnerknallen gefeiert.

Wachstum ist eine Zahl in einer Excel Tabelle, das kann völlig entkoppelt von realen Gütern stattfinden.

Die Überanspruchung von knappen Ressourcen ist ein eigenständiges Problem. Lassen wir doch die BWLer ihre großen und größeren Zahlen in Excel Tabellen, aber zwingen wir sie dazu, dass Externalitäten Geld kosten.

[–] PlexSheep 1 points 6 days ago (1 children)

Deiner These, dass Wachstum unabhängig von realen Gütern Stattfinden kann, stimme ich nicht zu. Wachstum geht leider immer mit steigenden Ressourcenverbrauch einher, das suggeriert jedenfalls die Wissenschaft.

(Achtung! Gefährliches Angelsächsisch!)

In this interpretation, our results highlight that institutions provide important framework conditions, but they are no general panacea to further decrease the resource dependency of economic growth.

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0140988323004401

Ich habe keine Umfassende Literaturrecherche gemacht, aber klar, Produktion braucht immer mehr Ressourcen (Energie, Werkzeug, Wohnung, Rohe Ressourcen). Auch Dienstleistungen brauchen Ressourcen, wenn auch weniger. Ohne Ressourcen keine Energie und ohne Energie keine Arbeit, Produktion, etc.

Das scheint beim Kapitalismus so ein Ding zu sein, dass das immer von einem "externen" System mehr und mehr genommen wird, sonst gibt's kein profitables Wachstum.

Für mehr zu diesem Thema empfehle ich dieses sehr interessante Buch zum Thema "degrowth", das infrage stellt, warum eigentlich alles immer wachsen muss: "Less is More" von Jason Hickel.

[–] kossa@feddit.org 2 points 6 days ago (1 children)

Ich versuche ja nur die Dialektik auf die Reihe zu bekommen, Wachstum und Nachhaltigkeit zu verbinden. Bin auch intuitiv im Camp "Wachstum ist Böse". Aber erstens finde ich das mittlerweile einen Kampf gegen Windmühlen im aktuellen Klima und zweitens bauen halt tatsächlich unfassbar viele Systeme unserer Gesellschaft darauf auf. Die Utopie, das über Nacht abzuschaffen, ist, glaube ich, gar nicht so rosig-utopisch.

Gerade bei Dienstleistungen ist das aber sehr interessant als Beispiel. Wenn ich zu einem Friseuer gehe, der mir einfach eine schönere Frisur macht, dafür aber mehr Geld verlangt, dann ist Wachstum entstanden, das nicht mehr Ressourcen verbraucht. Witzigerweise entsteht ja auch genau dann (volkswirtschaftliches, nicht betriebswirtschaftliches) Wachstum, wenn wir Ressourcenverbrauch mit Kosten versehen, der heute kostenlos ist.

[–] PlexSheep 2 points 6 days ago

Da wird aber auch ein Gebäude, Werkzeuge, Shampoo etc benutzt. Das ist deswegen natürlich nicht "böse", aber es gibt eine gewisse Obergrenze an globalen Ressourcen/Materialverbrauch, nachdem es nicht mehr nachhaltig ist.

[–] luciferofastora@feddit.org 3 points 1 week ago

Aktie wird plötzlich von jemanden zu Wert2 > Wert1 gekauft.

Warum würde er das tun? Und mit welchem Geld? Klar, rein theoretisch könnte man die Zahlen bis ins Unendliche hochschaukeln, indem man fiktive Werte hin- und herhandelt und jedes Mal so tut, als hätten sie dabei noch mehr an Wert gewonnen, aber das Problem ist doch das Risiko, dass dir irgendwer deinen fiktiven Wert nicht mehr abnimmt und du auf einem ganzen Haufen Nichts sitzenbleibst ohne je tatsächlich Geld dafür bekommen zu haben mit dem du tatsächlich was zu Essen kaufen kannst.

Deshalb muss die Erwartung, dass die Aktie an Wert gewinnt, zumindest entfernt an die Möglichkeit gebunden sein, dass sie auch mehr Geld ausschüttet. Wenn ich sie schon nicht mehr loswerde, will ich wenigstens Dividende, damit sich der Kauf irgendwann rentiert. Und ich zahl doch nicht mehr, wenn ich erwarte, dass das nur länger zum rentieren braucht.

Wachstum kann entkoppelt von realen Gütern stattfinden, aber menschliches Verhalten ist letztlich doch von menschlichen Bedürfnissen geprägt.

Die Überanspruchung von knappen Ressourcen ist ein eigenständiges Problem. Lassen wir doch die BWLer ihre großen und größeren Zahlen in Excel Tabellen, aber zwingen wir sie dazu, dass Externalitäten Geld kosten.

BWLer zur Kasse bitten ist so oder so eine gute Idee. Bin voll dabei.