this post was submitted on 12 Jan 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz
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Versorgungssicherheit liegt im Durchschnitt bei Getreide bei > 100 %... und das nur national und nicht mal EU weit. Die Hälfte davon wird verfüttert um Fleisch zu produzieren das dann wieder exportiert wird. Wenn es wirklich um ,,Versorgung in Notzeiten" ginge könnte man die 50 % Viehfutter auch rausrechnen. Dann wären es 200 % Versorgungsgrad.
https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung/versorgungsbilanzen/getreide
Die anderen Argumente wären übrigens auch glaubwürdiger wenn der Bauern qua Bauernverband nicht gegen jede Verbesserung im Bereich ,,Pestizidexpörte , Umweltzerstörung, Monokulturen, Tierwohlstandards '' lobbyieren würden sobald die Gesellschaft fordert, dass sich da was ändern sollte.
https://www.br.de/nachrichten/bayern/milchbauern-entlasten-anbindehaltung-soll-laenger-erlaubt-sein,UB3OIRo
https://taz.de/Bauernverband-fordert-Mehr-Pestizide-weniger-Umweltregeln/!6093109/
Prinzipiell hast du Recht, aber ich glaube du hast keine Ahnung was für Welten an Standards zwischen deutschen und bspw. Brasilianischen Standards liegen.
Ich hätte mal das Glück einen Vortrag von einem Brasilianischen Professor genau dazu zu hören, dessen Aussagen ich hier einfach mal (Sinngetreu) wiedergebe.
In Brasilien ist es so, dass das Level an Monokulturen ganz anders ist. Dort wird im Großen Stil Soja angebaut. Jedes Jahr, auf der gleichen Fläche und das 40 Jahre lang. Das funktioniert nur, da die "Bauern" (wir reden hier über Betriebsgrößen von teils mehreren 100.000 Hektaren) gentechnisch Verändertes Soja, sowie eine viel größere Bandbreite an Pestiziden (von denen ein Großteil in der EU aus gutem Grund verboten ist) einsetzen können. Bis vor einigen Jahren wurden in Brasilien Pestizide per Flugzeug ausgebracht. Mittlerweile erledigen das Drohnen, aber das ist nicht wirklich besser, weil nun auch deutlich näher an der Zivilisation Pestizide ausgebracht werden und der Abdrift zusätzlich zur Umwelt auch die Zivilbevölkerung direkt schädigt. In Brasilien gibt es wohl, nicht wie in Deutschland ein Amt, welches darüber Buch führt, wem ein Stück Land gehört. Das ermöglicht es Landwirten, dass die einfach sich ne Urkunde fälschen, die in de Schublade mit Heuschrecken packen (damit die älter aussieht als sie ist), zum Amt damit gehen, noch nen bisschen Geld für den Beamten dazu packen und schon gehört denen ein neues Stück Land. Das führt entsprechend zur Abholzung von Regenwald, weiterer Landzerstörung undund der Vertreibung indigener. Auch wenn in Deutschland die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft schlecht sind, sind sie in den seltensten Fällen so schlimm, dass man sie "Sklavenähnlich" nennen kann. Die Rindermast in Brasilien ist zudem so mit eine der wiederlichsten Dinge die es gibt. Die Tiere werden so enorm mit Kraftfutter vollgepumpt, dass die am Ende allesamt Probleme mit dem Pansen und Stoffwechsel haben (das ist ungefähr genauso, als wenn wir uns als Menschen nur von Cola ernähren würden).
In der EU wurde hart darum gegämpft, dass wir auch nur minimale Standards für Umwelt und Tierschutz haben und auch wenn diese Standards zugegebenermaßen ziemlich niedrig sind, liegen da trotzdem noch WELTEN zwischen, wenn man diese Standards mit Brasilien vergleicht. Mercosur signalisiert wieder ganz klar, dass niemanden Leid und Zerstörung interessiert, so lange es bitte nicht bei uns vor der Haustür passiert.
Der Bauernverband ist nicht die Bauern. der Bauernverband ist die Lebensmittelindustrie, die die Bauern genauso verarscht, wie alle Anderen.
Absolut richtig. Nur lassen sich die gleichen Bauern, die jetzt gegen Mercosour trommeln eben von genau jenem Bauernverband jedes mal mobilisieren wenn es darum geht eine Regulierung der Agarindustrie und Lebensmittelindustrie zu verhindern. Dann brennen wieder irgendwo Stohballen. Genau das ist mein Kritikpunkt.