this post was submitted on 12 Jan 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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[–] cows_are_underrated@feddit.org 6 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Und das hier meine Lieben Freunde kommt dabei raus, wenn Menschen zu Themen den Mund aufmachen, von denen sie keine Ahnung haben.

Ich werfe übrigens mal ein paar Stichpunkte in den Raum (gerade keine Zeit die auszuformulieren):

Pestizidexpörte, Landraub, Sklavenähnliche Arbeitsumstände, Regenwaldabholzung, Umweltzerstörung, Monokulturen, Tierwohlstandards.

Es geht nicht nur um Preise und Konlurrenz.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 4 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

AbEr BaUeRn bÖsE uNd BWL-JuStUs sAgT LaNdWiRtScHaFt nUr kLeiNeR PrOzEnTsAtZ dEs BiP!!!!11!!!1!!!1!!einself

Versorgungssicherheit wäre auch noch ein Thema. Denn die kann man nur wirklich mit lokal produzierten Waren gewährleisten.

[–] GardenGeek@europe.pub 3 points 22 hours ago (2 children)

Versorgungssicherheit liegt im Durchschnitt bei Getreide bei > 100 %... und das nur national und nicht mal EU weit. Die Hälfte davon wird verfüttert um Fleisch zu produzieren das dann wieder exportiert wird. Wenn es wirklich um ,,Versorgung in Notzeiten" ginge könnte man die 50 % Viehfutter auch rausrechnen. Dann wären es 200 % Versorgungsgrad.

https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung/versorgungsbilanzen/getreide

Die anderen Argumente wären übrigens auch glaubwürdiger wenn der Bauern qua Bauernverband nicht gegen jede Verbesserung im Bereich ,,Pestizidexpörte , Umweltzerstörung, Monokulturen, Tierwohlstandards '' lobbyieren würden sobald die Gesellschaft fordert, dass sich da was ändern sollte.

https://www.br.de/nachrichten/bayern/milchbauern-entlasten-anbindehaltung-soll-laenger-erlaubt-sein,UB3OIRo

https://taz.de/Bauernverband-fordert-Mehr-Pestizide-weniger-Umweltregeln/!6093109/

[–] cows_are_underrated@feddit.org 2 points 18 hours ago (1 children)

Die anderen Argumente wären übrigens auch glaubwürdiger wenn der Bauern qua Bauernverband nicht gegen jede Verbesserung im Bereich ,,Pestizidexpörte , Umweltzerstörung, Monokulturen, Tierwohlstandards '' lobbyieren würden sobald die Gesellschaft fordert, dass sich da was ändern sollte.

Prinzipiell hast du Recht, aber ich glaube du hast keine Ahnung was für Welten an Standards zwischen deutschen und bspw. Brasilianischen Standards liegen.

Ich hätte mal das Glück einen Vortrag von einem Brasilianischen Professor genau dazu zu hören, dessen Aussagen ich hier einfach mal (Sinngetreu) wiedergebe.

In Brasilien ist es so, dass das Level an Monokulturen ganz anders ist. Dort wird im Großen Stil Soja angebaut. Jedes Jahr, auf der gleichen Fläche und das 40 Jahre lang. Das funktioniert nur, da die "Bauern" (wir reden hier über Betriebsgrößen von teils mehreren 100.000 Hektaren) gentechnisch Verändertes Soja, sowie eine viel größere Bandbreite an Pestiziden (von denen ein Großteil in der EU aus gutem Grund verboten ist) einsetzen können. Bis vor einigen Jahren wurden in Brasilien Pestizide per Flugzeug ausgebracht. Mittlerweile erledigen das Drohnen, aber das ist nicht wirklich besser, weil nun auch deutlich näher an der Zivilisation Pestizide ausgebracht werden und der Abdrift zusätzlich zur Umwelt auch die Zivilbevölkerung direkt schädigt. In Brasilien gibt es wohl, nicht wie in Deutschland ein Amt, welches darüber Buch führt, wem ein Stück Land gehört. Das ermöglicht es Landwirten, dass die einfach sich ne Urkunde fälschen, die in de Schublade mit Heuschrecken packen (damit die älter aussieht als sie ist), zum Amt damit gehen, noch nen bisschen Geld für den Beamten dazu packen und schon gehört denen ein neues Stück Land. Das führt entsprechend zur Abholzung von Regenwald, weiterer Landzerstörung undund der Vertreibung indigener. Auch wenn in Deutschland die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft schlecht sind, sind sie in den seltensten Fällen so schlimm, dass man sie "Sklavenähnlich" nennen kann. Die Rindermast in Brasilien ist zudem so mit eine der wiederlichsten Dinge die es gibt. Die Tiere werden so enorm mit Kraftfutter vollgepumpt, dass die am Ende allesamt Probleme mit dem Pansen und Stoffwechsel haben (das ist ungefähr genauso, als wenn wir uns als Menschen nur von Cola ernähren würden).

In der EU wurde hart darum gegämpft, dass wir auch nur minimale Standards für Umwelt und Tierschutz haben und auch wenn diese Standards zugegebenermaßen ziemlich niedrig sind, liegen da trotzdem noch WELTEN zwischen, wenn man diese Standards mit Brasilien vergleicht. Mercosur signalisiert wieder ganz klar, dass niemanden Leid und Zerstörung interessiert, so lange es bitte nicht bei uns vor der Haustür passiert.

[–] GardenGeek@europe.pub 3 points 3 hours ago

Ist alles richtig.

Ich sehe es allerdings so:

Die Probleme die du aufzählst sind auch in der EU bekannt, deswegen enthält das Abkommen Klauseln, dass sich die Importgüter an europäische Lebensmittelrichtlinien halten müssen. Es ist also nicht so, dass wir jetzt unsere Standards komplett zugunsten der geringeren lateinamerikanischen abschaffen.

Zur Umweltthematik:

Aus dem oben genannten Grund halte ich es für duchaus möglich, dass sich durch das Handelabkommen langfristig auch die Standards in Südamerika erhöhen (an der Stelle wieder: Auch gegen das Lieferkettengesetz hat der Bauernverband mobil gemacht https://www.bauernverband.de/dbv-positionen/positionen-beschluesse/position/kritische-dbv-position-zum-geplanten-lieferkettengesetz-1) . Denn für unsere Regelungen gibt es gute Gründe (Umweltschutz, Verbraucherschutz, weniger Tierquälerei) die auch Menschen in anderen Weltteilen einleuchten. In diesem Zusammenhang, und bei der Bretachtung Brasiliens, wäre es auch wichtig zu erwähnen, das mit Lula grade eine eher sozialdemokratischer Präsident an der Macht ist, der bspw. auch Programme gegen illegale Abholzugn auf den Weg gebracht hat. Man ist sich des Problems also durchaus bewusst. Als Handelspartner kann Europa hier auch deutlich mehr Einfluss geltend machen anstatt als unbeteiligter Drittstaat mit erhobendem Zeigefinger.

Eine weitere Frage die sich mit stellt ist, was die Alternative sein soll? Aus meiner Sicht betrachtet eine Mehrheit der Deutschen die Wirtschaft und ihr Wachstum als oberstes Staatziel. Die demokratische Grundordnung wird akzeptiert, solange sie Wohlstand verspricht. Wenn die EU von China und USA geschasst sowie von deren Märkten ausgeschlossen wird und sich gleichzeitig keine neuen Märkte eröffnen gehen grade im Exportland Deutschland (nebenbei größer netto-Zahler der EU) bald die Lichter aus. Dann wird noch stärker rechts gewählt als bisher. Da es sich bei den heutigen rechten um rechts-libertäre handelt, werden all die hart erkämpften Standards die du oben beschreibst absehbar aufgeweicht und abgeschafft werden. Als Beleg für diese Prognose sehe ich das Verhalten von Donald Trump der in all diesen Bereichen Rückschritte eingeleitet hat um seinen reichen, gewissenlosen Spendern und Freunden bessere Geschäfte zu erlauben.

Was schlägst du also vor wie wir es schaffen den Laden hier stabil zu halten OHNE neue Handelsabkommen abzuschließen?

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 3 points 22 hours ago (1 children)

Der Bauernverband ist nicht die Bauern. der Bauernverband ist die Lebensmittelindustrie, die die Bauern genauso verarscht, wie alle Anderen.

[–] GardenGeek@europe.pub 2 points 22 hours ago

Absolut richtig. Nur lassen sich die gleichen Bauern, die jetzt gegen Mercosour trommeln eben von genau jenem Bauernverband jedes mal mobilisieren wenn es darum geht eine Regulierung der Agarindustrie und Lebensmittelindustrie zu verhindern. Dann brennen wieder irgendwo Stohballen. Genau das ist mein Kritikpunkt.

[–] bobtimus_prime@feddit.org 21 points 1 day ago (2 children)

Naja, bei so ziemlich allem probieren wir uns unabhängig von anderen zu machen (digital independence day u.s.w.) Während Corona haben wir gesehen wie blöd man aus der Wäsche schaut wenn Indien viele produzierten Pharmazeutika im Land behalten hat. Mir wäre schon lieber wenn wir weiterhin da Mittel und Kompetenzen im Lande behalten würden. Zumal auch aus ökologischen Gründen regionales und seasionales Essen kein Privileg für Besserverdiener sein sollte.

[–] PonyOfWar@pawb.social 12 points 1 day ago (1 children)

Mehr Handelspartner als vorher zu haben macht uns unabhängiger. Und solange wir nicht vorhaben ein paar Länder mit Seltene-Erde-Vorkommen zu erobern und zu unseren Kolonien zu erklären bleibt uns gar nichts anderes übrig als mit Ländern außerhalb Europas zu handeln.

[–] bobtimus_prime@feddit.org 6 points 1 day ago (1 children)

So lange es gut läuft ja. Vielleicht bin ich zu pessimistisch, aber ich bin mir relativ sicher dass uns noch stürmische Zeiten erwarten in denen wir uns nicht auf globalen Lieferketten verlassen können. Wie heißt es so schön? Das ende der Zivilisation ist nur drei fehlende Mahlzeiten entfernt. (Oder so ähnlich?)

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 23 hours ago* (last edited 23 hours ago) (1 children)

Je nachdem, wie hart es kommt, müssen nicht mal globale Lieferketten zusammenbrechen, dass das Ende der Zivilisation nach Deiner Definition da ist.

Die Landwirtschaftssubventionen wurden ursprünglich eingeführt zur Sicherstellung der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung, nach Lehren, die man aus dem 2. Weltkrieg gezogen hatte. Da gab es nämlich auch örtlich, gerade in Ballungsräumen mit wenig Landwirtschaft, massive Versorgungsprobleme, unter Anderem, weil systematisch in großem Stil die Logistik angegriffen wurde und es dadurch sogar unmöglich geworden war, Lebensmittel in ausreichenden Mengen auch nur regional zu transportieren.

[–] LH0ezVT@sh.itjust.works 2 points 2 hours ago* (last edited 1 hour ago) (1 children)

Ja gut, da reden wir aber von einem Weltkrieg. Da ist Lebensmittelversorgung natürlich ein Problem, aber mein Plan ist da einfach, an Strahlenkrankheit zu verrecken, dann ist das nicht mehr mein Problem (:

Jones aside: ich weiß nicht, ob wir für so Szenarien überhaupt planen können.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 0 points 1 hour ago* (last edited 1 hour ago)

Inzwischen braucht es ja für weitreichenden Zusammenbruch aller möglicher Logistik keinen Weltkrieg mehr, ein Tag Winterwetter reicht.

Außerdem reicht für einen militärisch bedingten Zusammenbruch der Logistik ein konventioneller Konflikt, in dem der Gegner die Lufthoheit hat und auf Alles schießt, was sich bewegt. Kleine billige Drohnen sollen auch sehr effektiv sein, wenn es darum geht, Straßen praktisch unbenutzbar zu machen, außer man spannt da flächendeckend Netze drüber.

[–] einkorn@feddit.org 4 points 1 day ago (2 children)

Mir wäre schon lieber wenn wir weiterhin da Mittel und Kompetenzen im Lande behalten würden.

Das tun wir auch bereits seit Jahrzehnten mit Agrarsubventionen, und zwar massive. Im freien Markt™️ würden europäische Landwirte allein nicht bestehen können.

Zumal auch aus ökologischen Gründen regionales und seasionales Essen kein Privileg für Besserverdiener sein sollte.

Dazu müsste erstmal verbindlich definiert werden, was "regional" bedeutet. Stand heute kann alles unter diesem Deckmantel verkauft werden.

[–] bobtimus_prime@feddit.org 3 points 1 day ago (1 children)

Die Bauern können teils wegen höheren Umweltschutz auflagen nicht so günstig produzieren. Hier nicht anzubauen und dann in Südamerika den Amazonas abholzen, hier Verbotene Pestizide verwenden, oder übermäßig viel Dünger verwenden, also die Schäden zu externalisieren um hier günstiges Steak zu bekommen kommt mir sehr falsch vor.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 8 points 1 day ago (2 children)

Die Bauern können teils wegen höheren Umweltschutz auflagen nicht so günstig produzieren.

Vielleicht eine unpopuläre Meinung, aber da sollten mMn Strafzölle ansetzen. "Du willst deinen Kram in unserem Markt verkaufen? Okay, aber entweder produzierst du zu den selben Arbeits- und Umweltschutzbedingungen, oder wir schlagen das, was du durch nichteinhaltung dieser Standards sparst an Zöllen drauf."
Dann müssten heimische Produkte nicht oder zumindest weniger subventioniert werden, um konkurrenzfähig zu sein und man macht es weniger profitabel, auf Arbeiter und Umwelt zu scheißen.
Allerdings verfolgt auch die deutsche Landwirtschaft eine Exportstrategie, die unter Rainer noch verstärkt werden soll.

[–] Goldholz@lemmy.blahaj.zone 2 points 1 day ago

Das ist doch auch teil. Sollten agrar produkte wirklich die preise drücken werden zölle erhoben. Was die regulierungen für qualität begeht gilt was hier von den bauern verlangt wird auch für importgüter

[–] bobtimus_prime@feddit.org 1 points 1 day ago

Finde ich garnicht so daneben :)

[–] bobtimus_prime@feddit.org 0 points 1 day ago

Zum Thema regional definieren, ist an meinem Punkt vorbei. Es ging mir nicht um due Beziehung regional, sondern darum dass die Produkte regional sind und dass diese am besten günstiger als solche mit großem Fußabdruck sind.

[–] rbn@sopuli.xyz 11 points 1 day ago (1 children)

Finde solche reißerischen Artikel nicht gerade förderlich, um Proteste zu befrieden und ohnehin schon erhitzte Gemüter zu beruhigen.

Zum Thema: Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die Agrarlobby zu viel politischen Einfluss hat. Mit deren vergleichsweise geringen Anteil an der Wirtschaftsleistung hat das aber ganz und gar nichts zu tun. Ich bin der Meinung, dass es fundamental wichtig ist, dass Europa sich bei den Grundbedürfnissen (wie zum Beispiel Nahrung, Medikamente, ...) selbst versorgen kann. Dementsprechend bin ich den echten Landwirten schon sehr dankbar, dass sie diesen Job machen. Ist bestimmt nicht immer der schönste. Die politische Macht sollte trotzdem in einer Demokratie nicht derart hoch sein, dass sie der Mehrheit ihren Willen aufdrücken können, selbst wenn sie 50% Wirtschaftsleistung hätten.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 3 points 1 day ago* (last edited 21 hours ago)

Die "Agrar"lobby ist allerdings leider nicht mal die Lobby der Landwirte, sondern die Lobby der Lebensmittelindustrie, die sich die Bauern vor den Karren spannt.

Die Wirtschafts"leistung" ist ein dummer Maßstab für praktisch Alles. Denn wieviel Geld man in einem von Spekulanten und ihren Spielchen getriebenen "Markt" mit etwas machen kann, steht in keinem Verhältnis zur Nützlichkeit (oder Schädlichkeit) dessen, was da gehandelt wird. Da werden Fantasieprodukte und Hirngespinnste von Finanz"produkten" für Milliarden gehandelt, gegen die jede Art von Glücksspiel rational und vernünftig wirkt. Auch mit dem KI-Klärschlamm, der das Internet vergiftet und dazu noch Unmengen von Energie verschwendet, werden Milliarden "erwirtschaftet".

[–] Goldholz@lemmy.blahaj.zone 10 points 1 day ago (1 children)

Die Agrarlobby hat zu viel macht in der ganzen EU. Ständig müssen 98.3% den 1.7% beugen weil die sich eingeschräkt führen

[–] rumschlumpel@feddit.org 20 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Sind die 1.7% Landwirte oder Milliardäre? Die Agrarlobby macht ja auch nicht wirklich Politik für kleine Bauern, sondern vor allem für Agrarkonzerne. Ist vielen Bauern aber auch nicht bewusst ...

[–] Goldholz@lemmy.blahaj.zone 0 points 1 day ago

Die Landwirte in prozent zu deren größe des Sektors in der ganzen EU

[–] Laser@feddit.org 3 points 1 day ago

Werde nix von Blome lesen

[–] kaichen@libranet.de -1 points 1 day ago

@RalfWausE
Was der Bauer nicht kennt...