this post was submitted on 12 Jan 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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[–] GardenGeek@europe.pub 4 points 13 hours ago

Ist alles richtig.

Ich sehe es allerdings so:

Die Probleme die du aufzählst sind auch in der EU bekannt, deswegen enthält das Abkommen Klauseln, dass sich die Importgüter an europäische Lebensmittelrichtlinien halten müssen. Es ist also nicht so, dass wir jetzt unsere Standards komplett zugunsten der geringeren lateinamerikanischen abschaffen.

Zur Umweltthematik:

Aus dem oben genannten Grund halte ich es für duchaus möglich, dass sich durch das Handelabkommen langfristig auch die Standards in Südamerika erhöhen (an der Stelle wieder: Auch gegen das Lieferkettengesetz hat der Bauernverband mobil gemacht https://www.bauernverband.de/dbv-positionen/positionen-beschluesse/position/kritische-dbv-position-zum-geplanten-lieferkettengesetz-1) . Denn für unsere Regelungen gibt es gute Gründe (Umweltschutz, Verbraucherschutz, weniger Tierquälerei) die auch Menschen in anderen Weltteilen einleuchten. In diesem Zusammenhang, und bei der Bretachtung Brasiliens, wäre es auch wichtig zu erwähnen, das mit Lula grade eine eher sozialdemokratischer Präsident an der Macht ist, der bspw. auch Programme gegen illegale Abholzugn auf den Weg gebracht hat. Man ist sich des Problems also durchaus bewusst. Als Handelspartner kann Europa hier auch deutlich mehr Einfluss geltend machen anstatt als unbeteiligter Drittstaat mit erhobendem Zeigefinger.

Eine weitere Frage die sich mit stellt ist, was die Alternative sein soll? Aus meiner Sicht betrachtet eine Mehrheit der Deutschen die Wirtschaft und ihr Wachstum als oberstes Staatziel. Die demokratische Grundordnung wird akzeptiert, solange sie Wohlstand verspricht. Wenn die EU von China und USA geschasst sowie von deren Märkten ausgeschlossen wird und sich gleichzeitig keine neuen Märkte eröffnen gehen grade im Exportland Deutschland (nebenbei größer netto-Zahler der EU) bald die Lichter aus. Dann wird noch stärker rechts gewählt als bisher. Da es sich bei den heutigen rechten um rechts-libertäre handelt, werden all die hart erkämpften Standards die du oben beschreibst absehbar aufgeweicht und abgeschafft werden. Als Beleg für diese Prognose sehe ich das Verhalten von Donald Trump der in all diesen Bereichen Rückschritte eingeleitet hat um seinen reichen, gewissenlosen Spendern und Freunden bessere Geschäfte zu erlauben.

Was schlägst du also vor wie wir es schaffen den Laden hier stabil zu halten OHNE neue Handelsabkommen abzuschließen?