this post was submitted on 01 Sep 2026
24 points (96.2% liked)
DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz
5557 readers
422 users here now
Das Sammelbecken auf feddit.org für alle Deutschsprechenden aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und die zwei Belgier. Außerdem natürlich alle anderen deutschprechenden Länderteile der Welt.
Für länderspezifische Themen könnt ihr euch in folgenden Communities austauschen:
___
Zusätzliche Regeln aus „Lessons learned":
- Postet hier zu allen Themen, die euch interessieren (soweit sie den anderen Regeln genügen)
- Posts oder Antworten, die einen Archive[.]today (oder eines der Derivate) beinhaltet, werden kommentarlos gelöscht
- Es werden Posts zum Thema Nahost / Palästina/Israel hier auf Dach gelöscht.
- Dasselbe gilt für Wahlumfragen à la Sonntagsumfrage.
- Bitte Titel von Posts nur sinnerweiternd und nicht sinnentstellend verändern. Eigene Meinungen gehören in den Superkommentar oder noch besser in einen eigenen Kommentar darunter.
- Neu: Wenn es sich erkennbar um Clickbait handelt, kann man in einfachen Fällen die Antwort in geschweiften Klammern in die Titelzeile packen. Wenn die Antwort komplexer ist, nur den alternativen Titel in geschweiften Klammern in die Titelzeile schreiben und den Originaltitel als Zitat in den Superkommentar.
- Youtube Videos bitte nicht ohne eine zusätzliche Zusammenfassung posten
___
Einsteigertipps für Neue gibt es hier.
___
Eine ausführliche Sidebar mit den Serverregeln usw. findet ihr auf der Startseite von feddit.org
___
founded 2 years ago
MODERATORS
you are viewing a single comment's thread
view the rest of the comments
view the rest of the comments
Das scheint so nicht zu stimmen, die AfD besteht ja zu großen teilen auch nicht aus dieser Schicht. Das "Spitzen"personal abgesehen von Chrupalla ist gebildet und hat auch vor dem Parteiamt nicht am Hungertuch genagt. Das sind Wirtschaftler, Anwälte, Lehrer, etcetc
Und ich verstehe den Reflex, weil man mit Sozialismus was schlechtes verbindet. Aber deswegen die ganze Analyse der Klassen abzulehnen und stattdessen dem Sozialdarwinismus das Wort zu reden der in seiner Extremform zu noch viel größerem Leid geführt hat als die autoritären sozialistischen Experimente, finde ich nur so mittelmäßig schlüssig.
Ich denke der springende Punkt ist, dass Du (ich auch) von einer rein rationalen Seite auf das Problem schaust: Die Antwort auf Ungleichheit ist für Dich und mich logischerweise Klassenkampf. Das ist für viele Menschen aber eine echt unattraktive Antwort, weil das bedeutet, dass WIR aktiv werden müssen ("Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!" 😉).
Das Angebot der AfD ist deswegen so verlockend, weil es einen (schwächeren!) Sündenbock bietet, der schon für die Menschen beseitigt wird, wenn man nur die AfD machen lässt.
Und ich meine das ganze auch gar nicht abwertend gegenüber denjenigen, die sich von diesem Angebot locken lassen: Wenn man tagtäglich strugglet, hat man wirklich keinen Kopf und keine Energie mehr, sich darüber Gedanken zu machen, was man selber für den Klassenkampf tun kann und es ist attraktiv, eine einfache Antwort auf Probleme zu haben, die einem selber nichts abverlangt.
Was die Partei an sich angeht hast du recht, aber das Vorfeld der Partei bildet sich durchaus aus dieser Schicht... und wenn ein gewisses Vertrauen erstmal aufgebaut wurde "vererbt" sich das ("Wenn Helmut meint die Partei taugt was, dann wird das schon stimmen!")
Es muss ja auch nicht schlüssig und logisch begründbar sein. Der Kapitalismus verspricht die Möglichkeit dein Leben aus eigener Kraft, mit eigener Arbeit zu verbessern - er verspricht keine bessere Welt sondern dir als Individuum eine ganz konkrete Chance. Wird es klappen? Wahrscheinlich nicht. Aber es GIBT Fälle in denen es geklappt hat. Ich denke man kann es ganz gut mit Lotto vergleichen.
Auch das stimmt so nicht. Das neurechte Vorfeld ist maßgeblich gezeichnet von Burschenschaftlern und sonstigen Politik-, Jura-, und Philosophiestudenten.
Die laufen auch nur Akademikern hinterher. Es sind nur Akademiker die auf andere Akademiker schimpfen.
Und der Vergleich mit Lotto hat mehr mit der Wahrheit zu tun als die "seines eigenen Glückes Schmied" Erzählung, weil es eben sehr viel mehr auf Glück ankommt und auf die vor dem Spiel gegebenen Möglichkeiten Tickets zu ziehen.
Was das jetzt aber mit dem Proletariat zu tun hat hast du noch nicht erklärt. Sind die Proletarier irgendwann zu Gamblern geworden?
Ja denn der Kapitalismus gibt einem wenigstens ein Los mit der Chance auf den großen Gewinn während der Sozialismus mir einen Platz in der Suppenküche anbietet.
Mir geht es doch nicht um die Entscheidung Sozialismus/Kapitalismus, sondern, dass man die grundlegende Analyse zu der Klassengesellschaft ablehnt. Man könnte ja auch im Kapitalismus dafür kämpfen, dass die Loschancen zumindest gleich(er) verteilt werden. Stattdessen lehnt man den Gedanken, dass es Klassen mit entgegenstehen Interesse gibt ab und wählt Parteien die die eigenen Loschancen verschlechtern.