79
Merz: Gesetzliche Rente wird künftig nur noch „Basisabsicherung“ sein – SPD weist Vorstoß zurück
(www.deutschlandfunk.de)
Das Sammelbecken auf feddit.org für alle Deutschsprechenden aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und die zwei Belgier. Außerdem natürlich alle anderen deutschprechenden Länderteile der Welt.
Für länderspezifische Themen könnt ihr euch in folgenden Communities austauschen:
___
Zusätzliche Regeln aus „Lessons learned":
___
Einsteigertipps für Neue gibt es hier.
___
Eine ausführliche Sidebar mit den Serverregeln usw. findet ihr auf der Startseite von feddit.org
___
Finde ich grundsätzlich ok. Wenn wir aber von Generationenvertrag auf private Rente umstellen, muss jeder, der heute in den nächsten 10 Jahren in Rente geht, sichergestellt sein, dass er die volle Rente bekommt. Für die Generation 60+ ist es unrealistisch, sich nochmal ein neues Berufsfeld zu suchen oder sein Gehalt derart aufzubessern, dass es für die Kosten von staatlicher und privater Rente reicht.
Für die Generation 40+ gilt: Das wussten wir schon vor 20 Jahren. Da hätte man vorsorgen müssen.
Aber: Weniger staatliche Leistung muss auch heißen, dass die Steuern und Abgaben sinken müssen. Denn jeder braucht die Möglichkeit, Geld fürs Alter zurücklegen zu können. Andernfalls schadet Herr Merz dem Wirtschaftsstandort Deutschland. (Er schadet auch Menschen, aber das ist eine Sprache, die er nicht versteht)
Punkt deiner sicht dachdem du "Privat vorgesorgt hast" so etwa 5 sekunden bevor du in rente gehen möchtest:
Korrekt wäre es natürlich: "... und es ist weg. Dann gehe ich halt erst an mein Tagesgeld ran und warte, bis der Dow nicht nur postfaktisch bei über 50.000 Punkten liegt."
Natürlich kann man ETF-Sparpläne als Wette ansehen, wenn man will und mehrere 100 Jahre Börse ignoriert. Ich vertraue hier auf die Gier der Wohlhabenden, im Schnitt inflationsbereinigt mit Rendite anzulegen. Die Wette, dass der Durchschnittsdeutsche in den nächsten 40 Jahren mindestens 2,3 Kinder zeugt, halte ich für riskanter.
Da unterschlägst du migration und effizienz Zugewin aus Automatisierung. Es ist jetzt schon absolut bullshit das "Bevölkerungs Wachstum" notwendig ist um das system zu erhalten, und der grund darin liegt einfach daran das der effizienz Zugewin nicht bei den Arbeitern landed, sondern als mehr gewin in den Taschen der "Arbeitgeber" welche zum teil dazu gezwungen werden diesen Übergewin abzuführen um die Aktionäre (leute wie dich) zufriden zu stellen. Und komm mir jetzt nicht mit "naja dann funktioniert das system doch wenn einfach alle Aktien haben".
Deine "Private Vorsorge" ist Lohndiebstahl am einfachen Arbeiter, und vermultich aus profit aus kriegen, förderung von Fossiler Rohstoffausbeutung, und möglicherweise diversen anderen moralisch zweifelhaften profit strömen.
Bei unserer Abschiebe- statt Willkommenskultur glaube ich nicht an Rentenvorteile durch Migration. Die Menschen kommen hierher, versuchen sich zu integrieren, gründen Familien. Die Kinder gehen hier zur Schule – wir investieren viel als Gesellschaft. Und dann werden sie abgeschoben. Finde den Fehler.
Den Vorteil aus Automation sehe ich nicht. Wenn wir weniger Menschen haben, konsumieren wir weniger. Dann verdienen Arbeitnehmer weniger. Export ist auch nicht die Lösung, weil wir dann auf Kosten Dritter leben (unser Überschuss ist deren Defizit) und der Traum vom globalen Handel dank eines Hampelmanns in Washington gerade zerplatzt.
Es ist kein Bevölkerungswachstum notwendig. Dann muss aber jeder aus seinem Gehalt effektiv einen Rentner finanzieren. D.h. nach Abzug von Steuern muss grob 50% deines Gehalts für die Rente draufgehen.
Der auch vorsorgen könnte. Können sollte.
Wenn es darum geht, dass jeder faire Löhne verdient, damit er eben auch was auf die hohe Kante legen kann, bin ich dafür (Wobei ich glaube, dass es nicht nur ein Einnahmenproblem ist.). Aber dass wir ein kaputes System aus dem Kaiserreich beibehalten, nur damit Papa Staat Händchen halten kann und man sich um nichts selbst kümmern muss – dann bin ich dagegen.
Merkt man.
"Wenn jeder an sich denkt ist an alle gedacht."
Wird nicht passieren solange der übergewin der Unternehmen in die Yachten der Aktien oder deine "vorsorge" fließt.
Mentalität wie deine ist der grund für das abkacken dieses systems, sie erzeugt den profit druck der dafür sorgt das die löhne unten bleiben und nicht proportional zur effizienz steigen.
Kläre mich bitte auf. Wie profitieren wir bei der Rententhematik von Automatisierung?
Automatisierung bedeutet erst einmal Jobverlust. Normalerweise schafft es gleichzeitig neue Jobs, so dass du hinterher denselben Arbeitsaufwand für dasselbe Geld hast. Du profitierst finanziell nicht davon, dass ein Waschbrett nun viel günstiger ist als Anno 1926 – du willst jetzt eine Waschmaschine.
Dein boss tut es aber und das ist genau der punkt wo der entstehende übergewin dann abgeführt werden muss um eine staatliche rente zu finanzieren.
Ich merke schon, dass du eine Vorliebe für das Wort „Übergewinn“ hast. Aber definier das doch bitte mal. Und skizziere mir bitte eine Gesellschaft, die ohne Marktwirtschaft und ohne Gewinnanreize auskommt und sich dennoch weiterentwickelt.
An diesem punkt bin ich mir ziemlich sicher das du ein Troll/Bot bist welcher einen FDP Wähler larpt. Solltest du tatsache echt so sein tust du mir echt leid.
Übergewinn ist wenn dein Boss mehr mit deinen Händen verdient als du selbst, sollte dieses konzept zu befremdlich für dich sein können wir die diskuskion an dieser stelle abbrechen.
Ich glaube daran, dass jemand, der ein Risiko eingeht, davon stärker profitieren sollte, als jemand der es nicht eingeht.
Wenn also jemand eine Firma besitzt und für das Wohl der Firma sein privates Vermögen (d.h.Firmenanteile) riskiert, dann soll er davon profitieren. Täte er das nicht, würde er nicht neue Mitarbeiter einstellen — dann würdest du nicht ein Angestelltengehalt verdienen, sondern gar nichts.
Ja, es gibt Großkonzerne, wo irgendwelche BWL-Honks ohne Bezug zur Firma den CEO spielen, ein riesiges Gehalt kassieren und bei Problemen im Worst-Case einfach die Firma wechseln. Da braucht es bessere Gesetze, die so etwas einschränken. Wenn ein Konzern Miese macht oder Angestellte entlässt, dann darf es keine Bonuszahlungen geben, keine Gehaltserhöhung für den CEO, keine Dividende.
Wenn aber Apple unter Tim Cook eine Fantastillonen Dollar pro Jahr verdient, soll Cook davon gerne was abhaben. Und die Aktionäre.
Wenn ein Sanitärmeister ein paar richtig gute Jahre hat, weil er auf Wärmepumpen umgestellt hat, darf er sich davon einen Tesla kaufen. Deswegen hat seine Gesell nicht automatisch eine Gehaltserhöhung verdient. Wäre der Plan nicht aufgegangen, hätte der Meister die Schulden an der Backe. Der Geselle hätte sich einfach woanders beworben. Aber die gute Nachricht: er könnte seinen Meister machen, eigene Firma gründen, selber Risiken eingehen.
Aber es ist ja egal, ob Vadder Staat mir 50% wegnimmt, um davon Renten zu bezahlen, oder ob ich 50% zur Seite legen muss, um später OK davonzukommen.
Dann kommen die Ottos, die ihre 50% in NFTs anlegen und im Alter in der Grundsicherung hängen.
"Ja, aber beim Anlegen Zins und Zinseszins, das Vermögen wächst ja."
Ja, OK, wenn der Staat aber Kapitalerträge vernünftig besteuern würde, dann hätte er ja auch Erträge vom Zins und Zinseszins ¯\_(ツ)_/¯
So oder so ist die Crux ja: egal auf welche Weise ich das Einkommen verkleinere (privat sparen oder umverteilen) fehlt das ja beim Konsum. Und dann sieht es auch für das notwendige Wachstum düster aus.
Dieser Trick wird dein Leben verändern: Zinseszins. Du musst keine 50% zur Seite legen. 10-15% reichen vollkommen aus, wenn du früh anfängst, um deinen Lebensstandard im Alter zu sichern und noch etwas zu vererben.
Problem ist, dass die Menschen, die sich mit ihren Finanzen dringend beschäftigen müssen, davon keine Ahnung haben. Religion wird in der Schule gelehrt, aber Finanzen nicht. Das ist Absicht - nach dem Willen der CDU soll der Aufstieg aus der Arbeiter-Kaste erschwert werden. Dagegen muss man was machen.
Man ist 20, gerade fertig mit der Lehre und bekommt richtig Geld - und verprasst es. Damit setzt man aber eine Basis für einen Lifestyle, auf den man später schwer verzichten kann. Wenn Du aber von vorne herein immer 15% weglegst, greift diese Lifestyle-Inflation nicht. Es tut nicht weh.
Jepp und dann wirst du irgendwann mal Arbeitslos und so ziemlich das Erste, was draufgeht sind deine wie auch immer angelegten Ersparnisse.
Am bittersten wird es, wenn du mit 58 oder 60 Arbeitslos wirst. Dann bis zu bis zum Rentenbeginn all deine Ersparnisse los. Das Einzige, was einigermaßen stabil ist, ist rechtzeitig in Immobilien zu investieren und auch in einer eigenen Immobilie zu wohnen. (Erben ist eine gute Idee - Augen auf bei der Partnerwahl /s)
Aber kauf mal als junge Familie eine Immobilie. Die Bank hilft dir nicht wirklich.
Ich war seinerzeit froh, wenn wir 3 oder 4 Nettomonatsgehälter auf der hohen Kante hatten. Mehr war aber auch nicht drin mit drei Kindern. Meine Frau hat auch in Teilzeit mitgearbeitet und es wurde trotzdem nicht mehr.
Ja, und das ist das erste, was man dringend ändern sollte. Die Klingbeil-Rente wird man wohl auch behalten dürfen, wenn man mehr als 12 Monate arbeitslos ist (in den ersten 12 Monaten gibt es Arbeitslosenversicherung statt Bürgergeld). Natürlich sind die Grenze da viel zu niedrig. Darüber kann man diskutieren. Darüber wird aber nicht diskutiert, auch weil pauschal jede Änderung abgelehnt wird.
Ich finde es auch nicht verwerflich, dass jemand, der 200.000€ oder eine halbe Million auf dem Konto hat, kein Bürgergeld bekommt. Und das sind keine unrealistischen Summen, wenn man direkt nach der Ausbildung anfängt Geld anzulegen.
Und ja, es gibt viele zu schlecht bezahlte Jobs und Druck vom Arbeitsamt, dass man nur solche Jobs annehme kann. Das muss man ändern. (Tun wir aber nicht, weil ja auch der kleine Mann gerne nach unten tritt, wenn die von oben ihn treten. Hast du einen Job, sind die Arbeitslosen schuld. Bist du Arbeitslos, sind es die Ausländer.) Aber dass das für jemand, der 2000€ netto verdient, mault, er haben kein Geld, könne nichts zurücklegen usw - das ist Pseudo-Armut als Lifestyle. Der kommt auch nicht mit Vorschlägen, wie man es besser machen könnte.
Siehe halt ungefähr die gesamte zweite Hälfte meines Kommentars. Schade, dass du ihn nur überflogen hast 😢.
Ja, hätte ich besser lesen müssen (bin zu ungeduldig).
Aber da verstehe ich dein Problem nicht.
Die Kapitalertragssteuern zahle ich ja als Vorabpauschale jährlich und dann den Rest als Abgeltubgssteuer bei Verkauf. Auf die Vorabpauschale gibt es einen jährlichen Freibetrag von 1000€, was gerade für den Rentensparplan von Geringverdienern ordentlich Geld spart. Du zahlst auf die Gewinne der ersten Jahre quasi gar keine Steuern, und hinterher ein Appel und ein Ei.
Der Großteil der Steuern fällt erst beim Verkauf an - bis dahin hat das exponentielle Wachstum voll greifen können.
Und dann legaler Steuertrick: Man wechselt alle 5-10 Jahre den ETF oder legt ein neues Depot an. Und beim Auszahlen verkauft man als erstes den zuletzt angelegten ETF - dadurch schiebt man den Großteil der Steuern (die für die ganz alten Fond-Anteile anfallen) noch weiter nach hinten.
Ich habe in dem Sinne kein "Problem". Mein Punkt ist nur: auch hier kann entweder ich mit Privatvorsorge oder aber der Staat mit sinnvoller Steuerpolitik vom Zinseszins profitieren. Tut er halt heute nicht, aber die Entscheider tun so, als ob nur Privatvorsorge vom Zinseszins was hätten.
Ich bin halt Freund einer solidarischen Vorsorge vom Staat. Erstens bewahrt er dann Leute flächendeckend vor schlechter Anlage, zweitens profitieren auch die Menschen, die trotz allem nicht anlegen könnten.
Deshalb: mein Punkt ist: auch das Rentensystem könnte von Zinseszins Effekten profitieren und stabilisiert werden. Dass das nicht passiert ist schlichtweg mangelnder politischer Wille.
Der Staat wird aber jederzeit eine Rente auszahlen müssen, und kann dir nicht weniger überweisen, nur weil der dumme Donald gerade den Iran wegbombt. Damit braucht es Geldanlagen mit garantiertem Wachstum, was einem am Ende finanziell schlechter darstehen lässt. Teilweise wird dann auch Geld in Immobilien gepumpt – das macht dann nicht nur Hauskauf, sondern auch Mieten teurer.
Ich habe grundsätzlich kein Problem mit einer staatlichen Rente. Es kann aber immer nur ein Baustein sein. Der Basisbaustein.
Aber der Staat kann ja die erwirtschafteten Zinsen steuerlich eben abschöpfen und als Rente auszahlen.
Und wenn gerade die Weltwirtschaft zusammenbricht, kann er Anleihenkaufprogramme auflegen (aka 'Geld drucken'), wie z.B. während Corona, oder der Finanzkrise 2009, und kann weiterhin fröhlich Renten auszahlen.
In sofern ist ein staatliches Rentensystem sogar überlegen. Weil, wenn du gerade in den Ruhestand willst, eine Krise aber dein Depot in Geiselhaft nimmt, dann kannst du selbst kein Geld drucken ¯\_(ツ)_/¯
Nach wie vor ist der Fehler unseres Rentensystems gerade, dass der Staat nicht sinnhaft besteuert und uns dann die private Investitionsvorsorge als einzige Lösung präsentiert wird.
Also was für ein ausgemachten Schwachsinn erzählst du hier bitte? Einen Generationenunterschied zu machen bedeutet beim derzeitigen System. Die jüngeren zählen mehr in die Rentenkasse ein, weil ja die älteren Generationen nicht mehr privat vorsorgen können und wir eben keine kapitalgedeckte Rente haben, sondern die derzeit ausgezahlten Renten, durch die derzeitigen Beitragszahler bezahlt werden. Und ja ich weiß auch, dass die Rente durch Steuergelder aufgebessert wird. Aber die zahlen ja auch wieder die gleichen die auch die Beiträge zahlen, bzw. Erwirtschaften den Profit der dann besteuert wird. Wo sollen den dann Beiträge und Steuern gesenkt werden? Die werden eher steigen, weil die zukünftigen Renten in der Rechnung irrelevant sind. Zusätzlich sollen die, die mehr Beiträge/Steuern für die Rente anderer berappen müssen, mehr vorsorgen, weil das System ihre Rente nicht mehr finanziert? Das ist sozial, ökonomisch und intellektuell ein Armutszeugnis.
Und die jüngeren (unter 60+) haben halt einfach eingezahlt, wissend, dass sie nichts raus bekommen werden aber auch nichts gegen die Einzahlung tun können?
Ja, ist 💩. Und ich würde jetzt auch gerne die Schuld auf die bösen, bösen Boomer schieben – aber es sind ja die Millenials (mich eingeschlossen), die den Generationenvertrag aufgekündigt haben, indem sie vergaßen, die nächste Generation an Rentenbeitragszahlern zu zeugen.
Allein semantisch totaler Blödsinn. Wenn die Boomer so fleißig Kinder gemacht hätten, waren nicht sie die Babyboomer, sondern die Generation danach.
Ja. Boomer haben zu wenig Kinder bekommen. Dann haben die nachfolgenden Generationen es aber eben auch nicht besser gemacht. Trotzdem würde ich Boomer hier in Schutz nehmen: denen wurde in den 60ern/70ern nicht in der Schule erklärt, dass das Rentensystem kippt. Für meine Generation war das schon in den 90ern Thema von Politik-Unterricht.
Die Generation, die heute 40+ ist, hätte sich aktiv politisch einbringen müssen. Politisch Weichen stellen (oder weniger verhüten). Aber diese Generation war lange viel zu unpolitisch. Die Welt war ja Friede-Freude-Eierkuchen, und Globalisierung versprach uns goldene Zeiten.
Und ja, dieser Mangel an Gestaltungswillen lag auch an den Boomern. Ich hätte in den frühen 2000ern auch als Lokalpolitiker nichts in der SPD bewegen können. Die Kiddies klebten Wahlplakate, die Bonzen saßen im Stadtrat.
Da musste man schon eher an Macht interessiert sein und einen langen Atem beweisen: Klingbeil hatte lange gewartet, bis Steinmeier, Gabriel, der andere und Scholz weg waren. Spahn wartet sogar immer noch darauf, dass er einen Rentner vom Thron stoßen kann.
Wenn ich mir Kinder leisten könnte... Zu Boomerzeiten hat das Gehalt vom Mann alleine für eine Familie ausgereicht, heute muss entweder ein Elternteil krass verdienen oder beide reguläre Jobs haben, damit man gut durch kommt.
Abgesehen davon will ich meinen Nachwuchs nicht in diese Welt voller Krisen setzen.
(Vielleicht hab ich auch das /s bei dir nicht rausgelesen)
Nenn mir einen Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte, in der es keine Krise gab.
In welchem Land kommt man gut durch ohne sich anzustrengen? Sag‘s mir bitte, ich will da hin.
Krisen gibt's vermutlich immer, aber ich muss heute für mich entscheiden, Kinder ja oder nein? Hilft mir ja nichts zu sagen "ja im Jahr X gab's auch Krisen und die Leute haben Kinder gemacht". Davon wird die Lage meiner potentiellen Kinder ja nicht besser. Ich finde es gut, wenn jemand für sich sagen kann, das er Kinder will, ich kann es nicht.
Das war das Land, in dem meine Großeltern lebten. Opa war arbeiten, Oma daheim und hat meine Mama aufgezogen.
Heute? Gibt's nicht mehr, wenn man nicht mit goldenem Löffel im Hintern auf die Welt kam.
Heute leben wir in einer anderen Welt. Einer besseren, wenn du mich fragst.
Klar hört sich das alles romantisch und einfach bei deinen Großeltern an. Aber hast du dich bzw deine Großeltern mal gefragt, ob deine Oma vielleicht sich was anderes für ihr Leben vorstellen konnte, als Kinder groß zu ziehen. Ich vermute du bist ein Mann, deshalb stellst du dir diese Frage gar nicht erst. Das Modell früher war: Eine Person ordnet sich der anderen unter und verzichtet auf berufliche und persönliche Erfüllung. Diesen Zeiten kann man nachtrauern. Vermutlich aber nur, wenn auf der Gewinnerseite (Mann) gewesen wäre.
Ich kenne Familien, die das Modell Alleinversorger durchziehen. So, wie früher. Die können sich nicht viel leisten und haben auch keinen großen Konsumrausch. So, wie früher. Auf Konsum verzichten will aber keiner mehr heute. Alle wollen online shoppen, coffee to go und Ultrafast Fashion. Bei so einem Konsum-Lifestyle braucht man zwei Jobs, das ist sicher.
Es waren nicht nur die Millenials. Die Geburtenrate fiel seit Jahrzehnten bevor die überhaupt geboren waren.
🐑